China verhÀngt Zölle auf Schweinefleisch aus der EU
05.09.2025 - 19:09:28Die Abgaben sollen je nach Unternehmen zwischen 15,6 und 62,4 Prozent liegen und ab dem 10. September gelten, wie das Handelsministerium in Peking mitteilte.
Nach Angaben der Behörden hĂ€tten europĂ€ische Produzenten Schweinefleisch und Nebenprodukte zu Dumpingpreisen nach China exportiert und damit der heimischen Branche erheblichen Schaden zugefĂŒgt. Betroffen sind vor allem Lieferungen aus Spanien, den Niederlanden und DĂ€nemark. Nach Angaben der EU beliefen sich die Schweinefleisch-Exporte nach China im vergangenen Jahr auf mehr als zwei Milliarden Euro.
Die fĂŒr Handelspolitik zustĂ€ndige EU-Kommission kritisierte die Zollentscheidung scharf. Das Vorgehen der Chinesen basiere auf fragwĂŒrdigen Behauptungen und unzureichenden Beweisen und entspreche daher nicht den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO), sagte ein Sprecher in BrĂŒssel. Man werde alle notwendigen Schritte unternehmen, um europĂ€ische Produzenten und die Industrie zu verteidigen.
Untersuchung lÀuft weiter bis Dezember
Die Ermittlungen waren im Juni vergangenen Jahres eingeleitet und in diesem Juni verlÀngert worden. Beobachter werten das Verfahren als Reaktion auf die EU-Zölle auf chinesische Elektroautos.
Die jetzige Entscheidung gilt vorlÀufig. Sie kann noch angepasst oder wieder aufgehoben werden, bevor die Untersuchung im Dezember abgeschlossen wird.
Auch Milchprodukte sind gefÀhrdet
Bereits im Juli hatte Peking im Handelsstreit mit BrĂŒssel offizielle Zölle auf Weinbrand (Brandy) aus der EU verhĂ€ngt. Diese galten jedoch nicht fĂŒr Unternehmen, die zuvor Preisverpflichtungen eingegangen waren. Im August verlĂ€ngerte China auĂerdem eine laufende Anti-Subventionsuntersuchung gegen Milchprodukte aus der EU bis Februar 2026.
Mit Blick auf die EU-Zusatzzölle auf chinesische Elektroautos wirft Peking BrĂŒssel vor, internationale Regeln zu missachten. Die EU begrĂŒndete ihre AufschlĂ€ge mit aus ihrer Sicht ĂŒberhöhten staatlichen Subventionen in China. Peking weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck und spricht von Protektionismus.

