ROUNDUPBASF, Wandel

China 'spektakulÀr' - Stammwerk muss sparen

Veröffentlicht am: 08.07.2026 um 08:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Rund 100 Tage nach Eröffnung eines 8,7 Milliarden Euro teuren Verbundstandorts in China hat BASF DE000BASF111-Finanzvorstand Dirk Elvermann eine positive Bilanz gezogen.

Der Chemiekonzern rechne im ersten Betriebsjahr noch mit Verlusten, sagte er der Deutschen Presse-Agentur und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. TatsÀchlich habe der Standort aber bereits fast zwei profitable Monate verzeichnet. Das sei "wirklich ganz spektakulÀr".

FĂŒr BASF sei das Areal in Zhanjiang vor allem eine Folge der Marktentwicklung. "Letztlich ist der Markt ausschlaggebend dafĂŒr, wo wir investieren", sagte Elvermann. Das Werk mit mehr als 30 Produktlinien, darunter ein Steamcracker, sei nicht nur planmĂ€ĂŸig fertiggestellt worden, sondern habe auch das Budget unterschritten. "Das kommt bei Großprojekten nicht so oft vor." Zudem seien alle Anlagen sofort produktions- und lieferfĂ€hig gewesen.

BASF: Der Markt entscheidet ĂŒber eine Investition

Der Steamcracker, das HerzstĂŒck des Werks, ist eine Großanlage zur Aufspaltung von Rohbenzin mit Hilfe von Dampf (englisch: steam). BASF hatte das Werk in China am 26. MĂ€rz in Betrieb genommen (rund 2.000 Mitarbeiter).

Mit Blick auf das defizitÀre Stammwerk Ludwigshafen sprach Elvermann von einem deutlichen Kulturwandel. BeschÀftigte entwickelten zahlreiche Ideen, um Anlagen effizienter zu machen, Synergien zu heben und die Kostenstruktur zu verbessern. "Da erlebe ich gerade ganz viel Zusammenhalt und Teamgeist."

Der Standort werde weiter schrumpfen. Die Zahl der BeschĂ€ftigten sei auf rund 30.000 Vollzeitstellen gesunken und werde im Zuge steigender ProduktivitĂ€t weiter zurĂŒckgehen. Entscheidend sei, Mitarbeitern eine Zukunftsperspektive zu geben und die WettbewerbsfĂ€higkeit des Standorts dauerhaft zu sichern. Ende 2024 hatte BASF im Stammwerk noch 33.370 BeschĂ€ftigte.

"Es ist ein lÀngerer Weg wieder in die schwarzen Zahlen"

Das Unternehmen will den weltweit grĂ¶ĂŸten Standort wieder in die Gewinnzone bringen. "Es ist ein lĂ€ngerer Weg wieder in die schwarzen Zahlen", rĂ€umte Elvermann ein. BASF habe zwar vieles in eigener Hand, wie etwa Effizienzen zu heben. Das Unternehmen brauche aber auch ein bisschen RĂŒckenwind vom Markt. Der Trend gehe in die richtige Richtung. Die Kosteneinsparungen seien schon in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der BASF sichtbar.

Nach Angaben Elvermanns sind die bisherigen Sparprogramme deutlich vorangekommen. Von den bis Ende 2026 geplanten jÀhrlichen Einsparungen von 2,3 Milliarden Euro seien bereits rund 1,9 Milliarden Euro erreicht.

Kosten einsparen will BASF auch durch Standardisierung, Automatisierung, Digitalisierung und die BĂŒndelung von AktivitĂ€ten an einem Standort, erklĂ€rte der Manager. So werden Teile der IT, Finanz- und HR-Dienstleistungen nach Hyderabad in Indien verlagert. Die Arbeitskosten dort seien deutlich gĂŒnstiger.

Disclaimer...

de | boerse | 69720445 |