Chinas, Subventionen

Chinas Industrie kassiert mehr Subventionen als Konkurrenz

01.06.2026 - 15:13:38 | dpa.de

Chinesische Industrieunternehmen haben in den vergangenen rund zwanzig Jahren deutlich mehr staatliche UnterstĂŒtzung erhalten als ihre internationale Konkurrenz.

Zwischen 2005 und 2024 bekamen Chinas Unternehmen im VerhĂ€ltnis zu ihrem Umsatz im Schnitt drei bis acht Mal mehr Subventionen als ihre Wettbewerber in OECD-LĂ€ndern, wie die Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der weite Teile Europas sowie unter anderem die USA und Japan angehören, mitteilte.

In ihrem Bericht bezeichnete die OECD die SchĂ€tzung zu chinesischen Unternehmen als konservativ - die tatsĂ€chlichen Unterschiede könnten also noch grĂ¶ĂŸer sein. Auch im Vergleich zu SchwellenlĂ€ndern wie Brasilien, Indien und Indonesien lĂ€gen die Subventionen fĂŒr chinesische Firmen deutlich höher. Fachleute und heimische Industrievertreter kritisieren seit lĂ€ngerem, dass China mit Subventionen und gewaltigen ÜberkapazitĂ€ten den Markt verzerre.

Rund 60 Prozent der globalen Marktanteilsgewinne von chinesischen Unternehmen in dem untersuchten Zeitraum seien auf die Förderung zurĂŒckzufĂŒhren, teilte die OECD weiter mit.

Weltweite Industriesubventionen erreichten 2023 Rekordhoch

Allgemein hÀtten Industriesubventionen zuletzt HöchststÀnde erreicht, gab die OECD an. Nach einem Rekordhoch im Jahr 2023 beliefen sich die Subventionen in 15 wichtigen Industriesektoren im Jahr 2024 demnach auf insgesamt 108 Milliarden US-Dollar, was 1,3 Prozent der Umsatzerlöse der Unternehmen entspreche. Zu den am stÀrksten subventionierten Sektoren gehören Erneuerbare-Energien-Anlagen, Halbleiter und Schwerindustrien. Vor allem die Herstellung von Photovoltaikmodulen, Halbleitern, Aluminium und Stahl sowie der Schiffbau werde im VerhÀltnis zum Umsatz der Firmen stark gefördert.

OECD-GeneralsekretĂ€r Mathias Cormann warnte: "Umfangreiche und anhaltende Industriesubventionen können globale MĂ€rkte verzerren, unfaire Wettbewerbsvorteile schaffen und auf der Angebotsseite zu ÜberkapazitĂ€ten beitragen."

Die OECD erfasst die Subventionen fĂŒr die 525 der weltweit grĂ¶ĂŸten Industrieunternehmen in einer Datenbank. Dazu gehören staatliche ZuschĂŒsse, SteuervergĂŒnstigungen und zinsvergĂŒnstigten Kredite.

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