Coca-Cola, Aktie

Coca-Cola Aktie: 20 Milliarden Dollar Streit

23.06.2026 - 16:40:02 | boerse-global.de

Coca-Cola verzeichnet Kursgewinne trotz drohender Milliarden-Nachzahlung im Steuerstreit mit dem IRS. Analysten bleiben zuversichtlich.

Coca-Cola Aktie: Steuerstreit und Analystenoptimismus
Coca-Cola - Eine Coca-Cola-Flasche mit überlagertem Text von Rechtsdokumenten, der einen Streit um Milliarden Dollar symbolisiert. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Coca-Cola (KO) zeigt sich fest. Am Dienstag legte die Aktie um 1,25 Prozent auf 70,52 Euro zu. Der Kurs notiert damit klar über der 200-Tage-Linie von 63,39 Euro und liegt rund elf Prozent über dem gleitenden 100-Tage-Durchschnitt. Seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf knapp 20 Prozent. Die Stimmung bleibt also gut — trotz eines juristischen Damoklesschwerts, das über dem Konzern hängt.

Morgan Stanley sieht Aufwärtspotenzial

Morgan Stanley bestätigte zuletzt die Einstufung "Overweight" und bezeichnete den Getränkeriesen als "Top Pick" im US-Getränkesektor. Die Analysten loben die starke Preissetzungsmacht und die Erholung der Marke Fairlife, angetrieben durch ein neues Werk im US-Bundesstaat New York. Zudem profitiere Coca-Cola von rund 60 Prozent Umsatzanteil außerhalb der USA — ein schwächerer Dollar begünstigt die Überschussrückführung.

Der Analystenkonsens lautet weiterhin "Strong Buy". Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 87,71 US-Dollar. Das Signal ist klar: Die Experten rechnen mit Luft nach oben.

20 Milliarden Dollar auf dem Spiel

Doch die Schattenseite der Geschichte wird in den kommenden Tagen in einem Gerichtssaal in Miami verhandelt. Es geht um die Verrechnungspreise des Konzerns für die Jahre 2007 bis 2009. Konkret streiten Coca-Cola und die US-Steuerbehörde IRS darüber, ob eine Vereinbarung von 1996 für spätere Jahre weiterhin bindend ist.

Sollte das Berufungsgericht gegen Coca-Cola entscheiden, drohen finanzielle Forderungen von schätzungsweise 20 Milliarden Dollar für den Zeitraum 2010 bis 2025. Eine Entscheidung könnte den gesamten Konzern massiv unter Druck setzen.

Restrukturierung im Hintergrund

Parallel dazu arbeitet der Konzern an seinem Portfolio. Nach einem gescheiterten Verkaufsversuch für die Kette Costa Coffee (rund 2.700 Filialen) zieht das Management externe Berater hinzu. Ziel ist die Optimierung des Geschäfts, nicht der Verkauf um jeden Preis.

Zeitgleich läuft die Schließung der Abfüllanlage in Northampton, Massachusetts. Sie produziert vor allem Marken wie Minute Maid und Powerade — allesamt keine kohlensäurehaltigen Getränke. Bis Jahresende soll das Werk dichtmachen, rund 175 Mitarbeiter verlieren zwischen August und November ihren Job.

Kurz gesagt: Coca-Cola zeigt operative Stärke, kämpft aber an mehreren Fronten. Der Steuerstreit könnte den positiven Tenor schnell kippen lassen.

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