Coloplast Aktie: Technologievertrag mit Vizient
02.06.2026 - 05:10:13 | boerse-global.deColoplast steckt nach der jüngsten Prognosesenkung tief in der Defensive. Die Aktie fiel in Kopenhagen auf ein Fünfjahrestief und notiert mit 51,70 Euro inzwischen genau auf dem 52-Wochen-Tief. Seit Jahresbeginn steht ein Minus von 28,23 Prozent zu Buche.
Der Auslöser liegt in einer spürbar vorsichtigeren Sicht auf das laufende Geschäftsjahr. Der dänische Medizintechnikkonzern erwartet nun ein organisches Umsatzwachstum von 5 bis 6 Prozent und ein EBIT-Wachstum in konstanten Wechselkursen vor Sondereffekten von rund 5 Prozent. Vor allem das Segment Kerecis belastet die Stimmung. Dort hat Coloplast wegen schwächerer Aussichten und Problemen im Zusammenhang mit Änderungen bei den Medicare-Erstattungen eine Wertminderung von 3 Milliarden dänischen Kronen verbucht.
Kerecis reißt ein Loch
Die Abschreibung hat sich direkt im Halbjahresergebnis niedergeschlagen. Unter dem Strich blieb nach Sondereffekten ein Nettogewinn von 426 Millionen Kronen, das verwässerte Ergebnis je Aktie lag bei 1,89 Kronen. Für Anleger ist das kein kleiner Buchungsposten, sondern ein klares Signal, dass der Konzern bei einem zentralen Wachstumsbaustein vorerst vorsichtiger wird.
Trotzdem lief nicht alles schwach. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr auf 14,127 Milliarden Kronen, organisch legte Coloplast um 6 Prozent zu. Rückenwind kam vor allem aus dem Bereich Chronic Care und aus der interventionalen Urologie.
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Marge unter Druck, Cashflow stark
Die Profitabilität hat sich dennoch eingetrübt. Das Bruttenergebnis lag bei 9,5 Milliarden Kronen, die Bruttomarge sank von 68 auf 67 Prozent. Coloplast begründet das vor allem mit Währungseffekten und Anlaufkosten.
Beim EBIT vor Sondereffekten stand ein Rückgang um 3 Prozent auf 3,67 Milliarden Kronen. Die operative Marge lag bei 26 Prozent. Deutlich besser fiel dagegen der freie Cashflow aus: Er sprang auf 2,816 Milliarden Kronen und damit um 33 Prozent nach oben. Das Verhältnis von freiem Cashflow zu Umsatz verbesserte sich auf 20 Prozent.
Neuer Chef, neue Aufgabe
Seit 1. Mai führt Gavin Wood den Konzern als Präsident und CEO. Er übernimmt Coloplast in einer Phase, in der die Wachstumsstory überprüft wird und der Markt vor allem auf Stabilität schaut.
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Parallel dazu meldete das Unternehmen einen Technologievertrag mit Vizient für Biatain Silicone Fit. Der Wundverband nutzt 3DFit Technology, soll sich an die Wundtiefe anpassen und die Versorgung effizienter machen. Für das laufende Jahr erwartet Coloplast außerdem Währungsgegenwind, der das ausgewiesene Umsatzwachstum um 2 bis 3 Prozentpunkte und die EBIT-Marge um 80 Basispunkte drücken dürfte.
Für 2025/26 peilt der Konzern zudem eine Rendite auf das eingesetzte Kapital nach Steuern vor Sondereffekten von 15 Prozent und eine Capex-Quote von 5 Prozent des Umsatzes an. Damit bleibt die Messe für Coloplast nicht ausverkauft, aber der Markt verlangt nun deutlich mehr Beweise als Hoffnungen.
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