Commerzbank Aktie: 37,11 Euro über UniCredit-Gebot
20.05.2026 - 23:44:40 | boerse-global.deDie Commerzbank stellt sich offen gegen UniCredit. Auf der Hauptversammlung in Wiesbaden warb Vorstandschefin Bettina Orlopp für Eigenständigkeit und gegen den Aktientausch der Italiener. Der Kern des Konflikts: Aus Sicht des Managements ist der Preis zu niedrig, das Risiko für die eigenen Aktionäre zu hoch.
Angebot liegt unter Börsenwert
UniCredit bietet 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie. Daraus ergibt sich rechnerisch ein Wert von etwa 31,07 Euro je Papier. Die Commerzbank-Aktie notiert aktuell bei 37,11 Euro.
Damit liegt das Angebot klar unter dem Börsenkurs. Orlopp argumentierte, UniCredit unterschätze mögliche Ertragsverluste und Kosten einer Fusion. Für die Commerzbank ist das ein zentraler Punkt, denn die Bank will ihre eigene Strategie nicht gegen eine Beteiligung an UniCredit tauschen.
Der Markt spielt diese Linie derzeit mit. Die Aktie steigt am Mittwoch um 2,37 Prozent und liegt auf Sicht von zwölf Monaten 43,95 Prozent im Plus. Der RSI von 81,2 zeigt allerdings auch: Der Titel ist technisch heiß gelaufen.
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Weidmann rückt Risiken in den Blick
Aufsichtsratschef Jens Weidmann verschärfte die Argumentation. Er verwies nicht nur auf den Preis, sondern auf Risiken in der Bilanz von UniCredit. Dazu zählen hohe Bestände italienischer Staatsanleihen, notleidende Kredite und das verbliebene Russland-Geschäft.
Seine Botschaft war klar: Wer tauscht, übernimmt nicht nur eine Prämie oder einen möglichen Deal. Er bekommt auch die Risiken der italienischen Großbank ins Depot. Kein Wunder, dass das Management diesen Punkt auf der Hauptversammlung breit ausspielte.
UniCredit hält bereits knapp 30 Prozent der Commerzbank direkt. Über Derivate hat sich die Bank Zugriff auf insgesamt 38,87 Prozent der Stimmrechte gesichert. Damit bleibt der Druck hoch, auch wenn der Vorstand in Wiesbaden klare Kante zeigte.
Eigenständigkeit als Gegenangebot
Die Commerzbank setzt dem Übernahmeplan ihre Strategie „Momentum 2030“ entgegen. Die Aktionäre stimmten der vorgeschlagenen Dividende von 1,10 Euro je Aktie mit 99,88 Prozent zu. Zusammen mit bereits gelaufenen Rückkäufen fließen rund 2,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner.
Hinzu kommt eine neue Ermächtigung für weitere Aktienrückkäufe. Sie kann bis zu 10 Prozent des Grundkapitals umfassen. Am Markt gilt das als Teil der Abwehrstrategie, weil Rückkäufe den Kurs stützen und eine Übernahme teurer machen können.
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Auch politisch bleibt die Lage sensibel. Die Bundesregierung hält noch 12,11 Prozent der Anteile und unterstützt die Eigenständigkeit der Bank. Parallel protestierten Beschäftigte in Wiesbaden gegen die UniCredit-Pläne, weil sie deutlich stärkere Einschnitte fürchten als im eigenen Sparprogramm.
Das Angebot von UniCredit läuft bis zum 3. Juli 2026. Bis dahin will die Commerzbank mit Zahlen überzeugen: Der Vorstand peilt mindestens 3,4 Milliarden Euro Gewinn im Jahr 2026 und 5,9 Milliarden Euro bis 2030 an. Daran misst der Markt nun den Kurs der Eigenständigkeit.
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