Produktion/Absatz, Deutschland

Deutsch-dĂ€nische Reeder-Allianz steigert PĂŒnktlichkeit

30.07.2025 - 06:07:33 | dpa.de

Containerschiffe der deutsch-dĂ€nischen Reeder-Allianz "Gemini" fahren zunehmend pĂŒnktlicher.

Im Juni lag die PĂŒnktlichkeit der Schiffe - je nach Fahrtgebiet - zwischen 87 und 89 Prozent, wie das Beratungsunternehmen Drewry herausgefunden hat. Das ist ein vergleichsweise guter Wert. In der Branche gelte ein Wert von 50 Prozent als normal, teilte das maritime Beratungshaus aus London mit.

Deutschlands grĂ¶ĂŸte Containerreederei Hapag-Lloyd DE000HLAG475 (Hamburg) und die dĂ€nische Reederei Maersk (Kopenhagen) DK0010244508, die weltweit zweitgrĂ¶ĂŸte nach Containermenge, arbeiten seit Februar in der Allianz "Gemini" zusammen. Die Unternehmen teilen LaderĂ€ume mancher Schiffe. Preisabsprachen sind ihnen aber nicht erlaubt.

Die Reedereien hatte vor Beginn der Allianz angekĂŒndigt, nach einigen Monaten eine sogenannte FahrplanzuverlĂ€ssigkeit von Start- zu Zielhafen von mehr als 90 Prozent erreichen zu wollen.

Allianz profitiert auch von Bremerhaven

Im Februar, also zu Beginn der Zusammenarbeit, lag die PĂŒnktlichkeit der Allianz laut Drewry zwischen 48 Prozent und 67 Prozent. Die 48 Prozent beziehen sich auf Fahrten ĂŒber den Atlantik; 67 Prozent betrug die PĂŒnktlichkeit bei Fahrten zwischen Europa und Asien. In den Folgemonaten konnte "Gemini" die ZuverlĂ€ssigkeit fortwĂ€hrend steigern.

Die Drewry-Experten schreiben, die PĂŒnktlichkeit im Juni wĂ€re höher ausgefallen - wĂ€ren nicht HĂ€fen in Europa wie Antwerpen und in Asien verstopft gewesen. Den Reedereien sei zugutegekommen, dass sie zum Umladen HĂ€fen wie Bremerhaven, Rotterdam und Tanger Med (Marokko) nutzten, die weniger Probleme hĂ€tten. Hapag-Lloyd und Maersk kontrollieren weltweit Terminals und fahren diese bevorzugt an.

Bei Betrachtung der Daten ist zu beachten, dass Schiffe mit einer VerspĂ€tung von bis zu 24 Stunden als pĂŒnktlich klassifiziert sind. Auch untersuchte Drewry allein die Fahrten der eher großen Schiffe ("mainline vessels").

"Gemini" setzt auf große HĂ€fen

Die "Gemini"-Reedereien setzen auf ein sogenanntes Hub-and-Spoke-System, das auch Luftfahrtunternehmen anwenden. Das System sieht vor, dass die großen Containerschiffe allein die großen HĂ€fen ("Hubs") anlaufen. Von dort verteilen sie die Waren weiter. Dem Verfahren liegt die Annahme zugrunde, dass weniger HafenanlĂ€ufe zu weniger VerspĂ€tungen fĂŒhren.

Mehr als 80 Prozent der weltweit gehandelten Waren werden ĂŒber den Seeweg transportiert, wie aus Angaben der Welthandels- und Entwicklungskonferenz UNCTAD hervorgeht.

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