Continental will auch als reiner Reifenhersteller im Dax bleiben
30.09.2025 - 06:19:50"Entwickeln sich die Reifen weiterhin so erfolgreich weiter, gibt es die Chance, im Dax zu bleiben", sagte Konzernchef Nikolai Setzer im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Ob das am Ende reichen werde, um im deutschen Leitindex zu bleiben, werde die Zukunft zeigen.
Continental hatte jĂŒngst seine Autozuliefersparte abgespalten und unter dem Namen Aumovio DE000AUM0V10 an die Börse gebracht. Im kommenden Jahr soll auch die Kunststoffteilesparte Contitech verkauft werden. Rund zwei Drittel des bisherigen Umsatzvolumens gibt Conti damit ab, ĂŒbrige bleibt am Ende nur die Reifensparte. "FĂŒr uns ist das eine klare Fokussierung und der richtige Zeitpunkt dafĂŒr", sagte Setzer. Das schaffe Mehrwert. EigenstĂ€ndig könne sich Aumovio "noch besser entwickeln", so der Konzernchef.
Setzer plant eigenen Abschied von Konzernspitze
Im Gegenzug seien ZukĂ€ufe im ReifengeschĂ€ft denkbar. "Asien ist spannend, da sind wir nicht so breit aufgestellt wie in Europa", sagte Setzer. "Und auch im SpezialreifengeschĂ€ft prĂŒfen wir immer wieder Optionen." Er selbst werde seinen Posten an der Konzernspitze "nach erfolgreicher Neuaufstellung" abgeben, bekrĂ€ftigte Setzer. Wann genau, lieĂ er noch offen. "Wann dafĂŒr der passende Zeitpunkt ist, wird sich zeigen."
Continental hatte sich ab Mitte der 1990er-Jahre durch mehrere ZukĂ€ufe zu einem der gröĂten Autozulieferer der Welt entwickelt. "Damals war das der richtige strategische Weg", verteidigte Setzer den Kurs seiner VorgĂ€nger. "Aber die Automobilwelt hat sich verĂ€ndert." Heute seien kleinere, spezialisierte Einheiten erfolgreicher.
Reifenhersteller von Autokrise weniger betroffen
Dem ReifengeschĂ€ft komme dabei zugute, dass nur ein Teil des Umsatzes mit den Autokonzernen erfolgt. "Der weit gröĂere Teil hĂ€ngt am ReifenersatzgeschĂ€ft", so Setzer. "Insofern wirkt sich die verringerte Fahrzeugproduktion zwar auch auf uns aus, aber mit einem deutlich abgefederten Effekt."

