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Core Scientific Aktie: Gute Zahlen, roter Kurs

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 16:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Core Scientific verdoppelt Quartalserlöse, doch Anleger fokussieren auf Milliardenkosten für den KI-Infrastruktur-Ausbau mit AMD.

Core Scientific Aktie: Starke Quartalszahlen trotz KursrĂĽckgang
Moderne Serverräume in einem Rechenzentrum mit stimmungsvoller Beleuchtung als Symbol für digitale Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein 14-Milliarden-Dollar-Deal mit AMD, eine Umsatzverdopplung im Quartalsvergleich – und trotzdem ging es mit der Aktie bergab. Core Scientific liefert gerade ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie stark der Kapitalbedarf eines KI-Infrastruktur-Ausbaus die Anlegerstimmung dämpfen kann, selbst wenn die operativen Zahlen überzeugen.

Starkes Quartal, skeptischer Markt

Die Kolokations-Erlöse kletterten im zweiten Quartal auf 137 Millionen Dollar, nach 77,5 Millionen im Vorquartal. Die abrechenbare Kapazität stieg bis Mitte Juli auf 437 Megawatt – fast 200 Megawatt mehr als noch Ende des ersten Quartals. Die Liquidität lag bei rund 1,8 Milliarden Dollar.

Trotz dieser Dynamik fiel die Aktie um 3,13 Prozent auf 20,09 Dollar. Der Grund liegt weniger in der Vergangenheit als in der Zukunft: Anleger blicken offenbar stärker auf die Milliardensummen, die für den Ausbau noch nötig sind, als auf die bereits erzielten Fortschritte.

Der AMD-Deal als neuer Ankerkunde

Im Zentrum der jüngsten Nachrichten steht eine neue Partnerschaft mit AMD. Der Chiphersteller sichert sich 530 Megawatt Rechenzentrumskapazität über fünf Standorte, verteilt auf 15-Jahres-Verträge mit jährlichen Preissteigerungen von 2,5 Prozent. Das Volumen: mehr als 14 Milliarden Dollar an Basisumsatz über die Vertragslaufzeit.

Hinzu kommt eine Option: AMD besitzt exklusive Reservierungsrechte für bis zu zwei weitere Gigawatt Kapazität. Zusammen mit bestehenden Verträgen – allen voran mit CoreWeave – summiert sich das gesamte kontrahierte Volumen nun auf etwa 1,1 Gigawatt, was einem potenziellen Umsatzvolumen von mehr als 24 Milliarden Dollar entspricht. Als Teil der Vereinbarung erhält AMD zudem Warrants auf Core-Scientific-Aktien zu aktuellen Marktkonditionen.

Der erste Standort, Pecos in Texas, soll in der ersten Jahreshälfte 2027 ans Netz gehen. Rund die Hälfte der AMD-Kapazität soll bis Ende 2027 geliefert werden, der Rest 2028. Ab 2028 peilt das Unternehmen eine jährliche Auslieferung von etwa 600 Megawatt an – begrenzt durch Arbeitskräfte- und Ausrüstungsverfügbarkeit.

Der Preis des Wachstums

Genau hier liegt der Knackpunkt für viele Investoren. Der Bau kostet nach Unternehmensangaben zwischen 11 und 12 Millionen Dollar pro Megawatt. Allein der AMD-Ausbau erfordert damit rund sechs Milliarden Dollar, finanziert vorrangig über projektbezogene Anleihen. Zusätzlich ist das Unternehmen bereit, bis zu einer Milliarde Dollar in weitere 500 Megawatt an Vorab-Kapazität zu investieren, um künftige Kundenverträge schneller bedienen zu können.

Parallel dazu läuft das alte Geschäft mit Bitcoin-Mining weiter aus. Ende Juni waren fast 30 Prozent weniger Miner aktiv als noch zum Ende des ersten Quartals, aktives Selbst-Mining findet nur noch an zwei Standorten statt. Management-seitig ist die Botschaft klar: 2027 soll ein „sauberer" Neustart werden, bei dem die schwankungsanfällige Mining-Vergangenheit keine Rolle mehr im Zahlenwerk spielt.

Die Analysten-Kursziele reichen aktuell von 25 bis 55 Dollar – eine erhebliche Spanne, die die Unsicherheit über Tempo und Finanzierung des Ausbaus widerspiegelt. Fest steht: Das CoreWeave-Programm ist mit vier von fünf Standorten weitgehend abgeschlossen, die letzte Anlage in Dalton soll Anfang 2027 fertiggestellt sein. Ob der AMD-Deal ähnlich reibungslos verläuft, entscheidet sich in den kommenden Bauphasen ab 2027.

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