CoStar Aktie: Schwache Prognose, Kurs bricht ein
Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 23:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Starke Zahlen, schwacher Ausblick â bei CoStar reicht ein Blick auf die Gegenwart nicht mehr aus. Der Immobiliendatenanbieter ĂŒbertraf im zweiten Quartal die Gewinnerwartungen deutlich, doch die Prognose fĂŒr die kommenden Monate enttĂ€uschte die Wall Street so sehr, dass die Aktie nachbörslich um 12,5 Prozent einbrach.
Gewinn ĂŒbertrifft, Umsatzausblick verfehlt Konsens
Das bereinigte Ergebnis je Aktie kletterte im zweiten Quartal auf 0,32 Dollar und lag damit ĂŒber der AnalystenschĂ€tzung von 0,29 Dollar. Der Umsatz stieg um 18 Prozent auf 925 Millionen Dollar, verfehlte aber knapp die KonsensschĂ€tzung von 928,81 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA verdoppelte sich nahezu auf 184 Millionen Dollar â nach Unternehmensangaben der zweithöchste Quartalswert der Firmengeschichte.
CEO Andy Florance sprach von einem "RentabilitĂ€ts-Wendepunkt", da die operativen Kosten nur um 2 Prozent zulegten, wĂ€hrend es das 61. Quartal in Folge mit zweistelligem Umsatzwachstum war. Die Nettoneubuchungen lagen bei 69 Millionen Dollar, ein Plus von 3 Prozent gegenĂŒber dem ersten Quartal.
Der Haken folgte mit dem Ausblick. FĂŒr das dritte Quartal rechnet CoStar mit einem Umsatz von 935 bis 945 Millionen Dollar â der Mittelwert von 940 Millionen Dollar liegt deutlich unter der KonsensschĂ€tzung von 967,5 Millionen Dollar. FĂŒr das Gesamtjahr 2026 senkte das Unternehmen die Erwartung auf 3,715 bis 3,755 Milliarden Dollar, wĂ€hrend Analysten mit rund 3,8 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Auch beim Gewinn je Aktie fĂ€llt die Prognose fĂŒr das dritte Quartal mit einem Mittelwert von 0,325 Dollar hinter die SchĂ€tzung von 0,38 Dollar zurĂŒck.
FĂŒhrungswechsel und Wohnsegment belasten Stimmung
Der Kursrutsch trifft CoStar in einer ohnehin angespannten Phase. Erst kĂŒrzlich verlieĂ CFO Christian Lown das Unternehmen, sein Nachfolger Robin Rossmann tritt zum 31. Juli an. Das Management hatte den FĂŒhrungswechsel angekĂŒndigt, ohne die Jahresziele damals ausdrĂŒcklich zu bestĂ€tigen â ein Umstand, der zusĂ€tzliche Unsicherheit geschĂŒrt hatte.
Hinzu kommen anhaltende Zweifel an der Rendite der milliardenschweren Investitionen in die Wohnimmobilien-Plattform Homes.com, deren Wachstumsdynamik Analysten zuletzt als enttĂ€uschend einstuften. Vor den Zahlen lag das mittlere Kursziel der Analysten noch bei 43,95 Dollar bei einer "Buy"-Einstufung â die Aktie hatte zu diesem Zeitpunkt bereits rund 70 Prozent von ihrem 52-Wochen-Hoch bei 97,43 Dollar verloren.
CoStar bestĂ€tigte trotz der gesenkten Umsatzprognose seine EBITDA-Zielspanne von 780 bis 820 Millionen Dollar fĂŒr das Gesamtjahr und rechnet im dritten Quartal mit einem EBITDA zwischen 190 und 210 Millionen Dollar. Ob die operative Disziplin ausreicht, um das Vertrauen der Anleger nach dem schwachen Ausblick zurĂŒckzugewinnen, dĂŒrfte sich erst in den kommenden Quartalen zeigen, wenn die Buchungszahlen aus dem KerngeschĂ€ft und Homes.com neue Anhaltspunkte liefern.
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