ROUNDUP, Söder

Söder fordert KaufprĂ€mie fĂŒr gebrauchte E-Autos

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 16:14 Uhr, dpa.de

CSU-Chef Markus Söder fordert eine Ausweitung der KaufprÀmie auf gebrauchte Elektroautos.

Die E-Auto-PrĂ€mie mĂŒsse nachgebessert werden, sagte der bayerische MinisterprĂ€sident nach einer Sitzung seines Kabinetts in MĂŒnchen. Als BegrĂŒndung nannte er die erkennbaren Effekte der bisherigen PrĂ€mienregelung.

"Es zeigt sich, dass es im Wesentlichen auslĂ€ndische Hersteller sind, was befĂŒrchtet war, die von der E-PrĂ€mie profitieren", sagte Söder. China habe seinen Anteil an E-Autos verdoppelt, auch französische und italienische Fahrzeuge profitierten. Deswegen brauche es, auch nach RĂŒcksprache mit den bayerischen Autobauern, die Öffnung der KaufprĂ€mie fĂŒr Gebrauchtwagen, auch im Bereich E-MobilitĂ€t: "Da können deutsche Hersteller stĂ€rker profitieren." Das deutsche Förderprogramm gilt bisher fĂŒr Neufahrzeuge, die ab dem 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen wurden.

EU-Vorschlag verschÀrfe als Mogelpackung nur die Probleme

DarĂŒber hinaus kritisierte Söder erneut die seit Dezember bekannten PlĂ€ne der EU-Kommission zur Zukunft von Verbrennermotoren: "Die bisherige Vorlage des Automobilpakets durch die Kommission ist eine Mogelpackung, die das Problem nicht löst, sondern eher verschĂ€rft. Und deswegen muss es jetzt vom Parlament grundlegend ĂŒberarbeitet werden."

Es brauche ein klares Votum fĂŒr Technologieoffenheit, das gelte ausdrĂŒcklich auch fĂŒr den Hightech-Verbrenner, so Söder weiter. Zudem dĂŒrfe es weder bei Pkw noch bei Lkw Flottengrenzwerte oder Strafzahlungen fĂŒr den Ausstoß von Kohlendioxidausstoß (CO2) geben. "Das wĂ€re im Moment aktuell wichtig, um auf die Marktverschiebungen, die es gerade wegen China und USA gibt, reagieren zu können."

EU-VorschlÀge werden derzeit im Parlament beraten

Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen - eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Über die VorschlĂ€ge beraten derzeit Europaparlament und der Rat der EU-Mitgliedstaaten. Ohne die Zustimmung beider Institutionen treten sie nicht in Kraft.

Der Vorschlag der EU-Kommission sieht bisher ein 90-Prozent-Ziel bei den CO2-Flottenemissionen im Vergleich zum Basisjahr 2021 vor, wodurch hocheffiziente Verbrenner und Hybridfahrzeuge unter Auflagen weiterhin neu zugelassen werden können. Ein Bonus soll es zudem fĂŒr kleine E-Autos unter einer LĂ€nge von 4,20 Metern geben. Aus Söders Sicht ist auch die LĂ€ngenregelung nicht akzeptabel: Dadurch wĂŒrden im Wesentlichen französische und andere Wagen bevorteilt, den deutschen Autobauern schade es aber. "An der Stelle ist auch Made in Germany sehr wichtig."

Widerspruch von Greenpeace

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace widersprach Söder: "Nicht die Förderung lĂ€sst die Leute auslĂ€ndische E-Autos kaufen, sondern das fehlende Angebot kleiner deutscher Modelle. Genau deshalb ist die LĂ€ngenregelung eine gute Sache: Sie zwingt die deutschen Hersteller endlich dazu, kleinere, bezahlbare E-Autos anzubieten - und die werden spĂ€testens seit Beginn der Ölpreiskrise stark nachgefragt", sagte MobilitĂ€tsexpertin Lena Dona. Nur wenn die deutsche Industrie sich jetzt voll auf ElektromobilitĂ€t konzentriere und dabei ein erschwingliches Sortiment aufbaue, werde sie von diesem schnell wachsenden Segment profitieren.

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