Irena: Welt bei Erneuerbaren-Ausbau nicht auf Kurs
19.03.2024 - 08:12:04Das geht aus einem am Dienstag in Berlin veröffentlichen Bericht der Agentur hervor.
Im Durchschnitt mĂŒssten demnach bis dahin beinahe 1100 Gigawatt (GW) an Extra-KapazitĂ€t jĂ€hrlich installiert werden - mehr als doppelt so viel, wie im Rekordjahr 2023 mit 473 GW hinzugekommen ist. Nötig seien jĂ€hrliche Investitionen in Höhe von 1550 Milliarden US-Dollar (ca. 1058 Milliarden Euro). Die weltweit installierte KapazitĂ€t lag nach vorlĂ€ufigen Irena-Zahlen im vergangenen Jahr bei 3870 GW.
Nach Irena-Angaben braucht es zur Erreichung des Ziels Verbesserungen der Infrastruktur wie Netze und Energiespeicher, entsprechende politische Weichenstellungen wie schlankere Genehmigungsverfahren und ArbeitskrÀfte sowie mehr Finanzmittel und eine engere internationale Zusammenarbeit. "Unsere Daten belegen, dass der Fortschritt weiterhin nicht ausreicht und die Energiewende weiter nicht auf Kurs ist", erklÀrte Irena-Generaldirektor Francesco La Camera.
Erneuerbare Energien legten dem Bericht zufolge vor allem in China, der EU und den USA zu, die zusammen 83 Prozent des globalen Zuwachses ausmachten. Insbesondere EntwicklungslĂ€nder hinkten dagegen hinterher. So entfielen auf 120 von ihnen laut Irena nur 15 Prozent der globalen Investitionen in erneuerbare Energien, auf das sĂŒdlich der Sahara gelegene Afrika entfiel demnach weniger als 1,5 Prozent, obwohl dort die am schlechtesten mit Energie versorgten Bevölkerungen leben. Zugleich habe es weltweit Subventionen von 1,3 Billionen US-Dollar (ca. 1,2 Billionen Euro) fĂŒr klimaschĂ€dliche fossile Energien gegeben.
Bei der Weltklimakonferenz 2015 in Paris hatten die Staaten weltweit vereinbart, die ErderwĂ€rmung - und damit ihre womöglich katastrophalen Folgen fĂŒr die Menschheit - möglichst auf 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Dies ist nach Ansicht vieler Forscherinnen und Forscher inzwischen kaum noch möglich, dennoch lohne sich auch jede geringere Begrenzung des Temperaturanstiegs.

