ROUNDUP, Kartellamt

Kartellamt leitet Verfahren gegen Temu ein

08.10.2025 - 15:45:12 | dpa.de

Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen das Unternehmen hinter dem Online-Marktplatz Temu, die Whaleco Technology Limited, eingeleitet.

Die dort geltenden Konditionen fĂŒr HĂ€ndler sowie weitere Verhaltensweisen von Temu gegenĂŒber den Anbietern sollen ĂŒberprĂŒft werden, heißt es in einer Mitteilung. Whaleco Technology Limited hat ihren Sitz in Dublin in Irland.

"Wir gehen dem Verdacht nach, dass Temu unzulĂ€ssige Vorgaben fĂŒr die Preisgestaltung der HĂ€ndler auf dem deutschen Marktplatz machen könnte", sagte der PrĂ€sident des Bundeskartellamtes, Andreas Mundt. "Solche Vorgaben könnten erhebliche WettbewerbsbeschrĂ€nkungen darstellen und letztlich auch Preiserhöhungen auf anderen Vertriebswegen zur Folge haben." Untersucht wird demnach auch, ob Temu selbst Endverkaufspreise festlegt.

So reagiert Temu

Zu den VorwĂŒrfen Ă€ußerte sich Temu öffentlich zunĂ€chst nicht. Ein Unternehmenssprecher teilte auf Anfrage lediglich mit: "Wir halten uns an die geltenden Gesetze und Vorschriften der LĂ€nder, in denen wir tĂ€tig sind." Man sei zuversichtlich, mögliche Bedenken ausrĂ€umen zu können.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hatte bereits im April Beschwerde beim Bundeskartellamt eingelegt. Der Vorwurf: Temu entziehe HĂ€ndlern die Preissetzungshoheit und schreibe vor, dass deren Preise maximal 85 Prozent dessen betragen dĂŒrfen, was sie fĂŒr ein vergleichbares Produkt auf anderen Plattformen erzielen wĂŒrden.

Seit 2024 fĂŒr deutsche HĂ€ndler geöffnet

Laut Kartellamt besuchen monatlich mehr als 100 Millionen Nutzer die europĂ€ischen OnlinemarktplĂ€tze von Temu. In Deutschland ist das chinesische Shoppingportal seit 2023 aktiv, 2024 wurde es auch fĂŒr deutsche HĂ€ndler geöffnet. Temu konnte seine Beliebtheit hierzulande innerhalb kurzer Zeit rasant steigern und zĂ€hlt inzwischen zu den umsatzstĂ€rksten Online-MarktplĂ€tzen.

Trotz des Erfolges steht das Unternehmen stark in der Kritik. Politiker, Handelsvertreter und VerbraucherschĂŒtzer monieren unter anderem ProduktqualitĂ€t, mangelnde Kontrollen sowie unfaire Wettbewerbsbedingungen und fordern eine strengere Regulierung.

Gegen Temu lĂ€uft derzeit bereits ein Verfahren der EU. Die Kommission sieht fĂŒr Verbraucher ein hohes Risiko, auf illegale Produkte zu stoßen. Sie könnten dort Babyspielzeuge oder Elektronikprodukte finden, die nicht EU-Regeln entsprĂ€chen. Temu droht deshalb eine Strafe.

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