Produktion/Absatz, Wettbewerb

Bundesverfassungsgericht: Vorlage zu Gutscheinlösung unzulÀssig

05.12.2023 - 11:05:42

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Richtervorlage zur sogenannten Gutscheinlösung bei abgesagten Veranstaltungen wĂ€hrend der Corona-Pandemie fĂŒr unzulĂ€ssig erklĂ€rt.

Das Amtsgericht Frankfurt am Main habe nicht ausreichend begrĂŒndet, warum es die Gutscheinlösung fĂŒr verfassungswidrig hĂ€lt, teilte das Gericht am Dienstag in Karlsruhe mit. Demnach hĂ€tte es hinreichender erklĂ€ren mĂŒssen, warum die Vorschrift unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig in die im Grundgesetz geschĂŒtzte Eigentumsgarantie eingriff und gegen den Vertrauensschutzgrundsatz verstieß. (Az. 2 BvL 12/20)

Die Gutscheinlösung hatte es Freizeitveranstaltern erlaubt, anstelle einer Erstattung des Eintrittspreises einen Gutschein auszugeben, wenn Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie ausfielen, wie das Gericht erlĂ€uterte. Die Vorschrift war im Mai 2020 in Kraft und im September 2022 wieder außer Kraft getreten.

Eine Entscheidung darĂŒber, ob die Gutscheinlösung mit dem Grundgesetz vereinbar war, sei damit erst gar nicht getroffen worden, teilte ein Gerichtssprecher mit. Das Verfahren gehe nun vor dem Frankfurter Amtsgericht weiter. Dort macht ein KlĂ€ger RĂŒckzahlungsansprĂŒche fĂŒr zwei Tickets fĂŒr ein im Juni 2020 geplantes Konzert geltend, welches wĂ€hrend der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. Die Veranstalterin hatte dem KlĂ€ger wĂ€hrend des Gesetzgebungsverfahrens - aber vor dem Inkrafttreten der Gutscheinlösung - einen Ersatztermin oder einen Gutschein anstelle einer RĂŒckerstattung angeboten, hieß es laut Mitteilung.

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