Microsoft macht Börse mit Cloud-Wachstum nervös
31.07.2024 - 06:15:01Die Wall Street macht das nach Milliarden-Investitionen in KĂŒnstliche Intelligenz nervös: Sie schickte die Aktie des Software-Riesen im nachbörslichen Handel auf Talfahrt. Das Papier konnte die anfĂ€nglichen Verluste von bis zu sieben Prozent zuletzt deutlich reduzieren.
Microsoft meldete fĂŒr das vergangene Quartal einen Zuwachs der Cloud-Erlöse um 29 Prozent. Marktexperten hatten gut 30 Prozent erwartet - und im Vierteljahr davor lag der Wert noch bei 31 Prozent. Die Börse reagiert empfindlich selbst auf solche leichten Differenzen, da Microsoft ein Vorreiter im GeschĂ€ft mit Cloud-Diensten und insbesondere KĂŒnstlicher Intelligenz ist.
Anleger wollen nach Milliarden-Ausgaben Ergebnisse sehen
Der Konzern schloss einen teuren Pakt mit dem ChatGPT-Erfinder OpenAI und integriert dessen Technologie in alle seine Produkte. Der Zugang zu KI-Funktionen wird dabei im Abo-Modell verkauft. Zudem baut Microsoft teure neue Rechenzentren. Investoren wollen nun sehen, dass die milliardenschweren KI-Investitionen FrĂŒchte tragen.
Microsofts Finanzchefin Amy Hood sagte in einer Telefonkonferenz, das Cloud-Wachstum werde sich im laufenden Quartal weiter verlangsamen, aber im nÀchsten Kalenderjahr wieder Fahrt aufnehmen. Konzernchef Satya Nadella betonte, dass die Zahl beruflicher Nutzer von Microsofts KI-Funktionen unter dem Namen Copilot sich binnen drei Monaten verdoppelt habe.
Aktie erholt sich wieder etwas
Zugleich fĂŒhrte Microsoft acht Prozentpunkte des jĂŒngsten Cloud-Zuwachses auf das KI-GeschĂ€ft zurĂŒck. Im Quartal davor waren es noch sieben Prozentpunkte gewesen. Das alles stimmte die Investoren wieder etwas versöhnlicher: Nach einem anfĂ€nglichen Minus von mehr als sieben Prozent schloss die Microsoft-Aktie den nachbörslichen Handel am Dienstag mit einem Abschlag von knapp drei Prozent ab.
Bei anderen Kennzahlen ĂŒbertraf der Windows-Konzern die Markterwartungen. So wuchs der Quartalsumsatz im Jahresvergleich um gut 15 Prozent auf 64,7 Milliarden Dollar (59,85 Mrd Euro). Analysten hatten im Schnitt mit 64,5 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn stieg von 20,08 Milliarden Dollar vor einem Jahr auf 22,04 Milliarden Dollar.

