AKTIEN, FOKUS

AKTIEN IM FOKUS: Medinzintechnik unter Druck - DrohgebÀrde US-Zolluntersuchung

25.09.2025 - 12:49:50

Das Drohszenario zusÀtzlicher US-Zölle hat am Donnerstag europaweit die Medizintechnikbranche belastet.

Wie erst jetzt bekannt wurde, werden bereits seit Monatsanfang entsprechende Untersuchungen im Auftrag des US-Handelsministeriums durchgefĂŒhrt. Diese könnten in eine Empfehlung an den US-PrĂ€sidenten mĂŒnden, höhere Zölle fĂŒr die Einfuhr bestimmter GĂŒter aus dem Bereich zu verlangen. FĂŒr Veronika Dubajova von der Citigroup sind die Nachrichten ein zusĂ€tzlicher Bremsklotz fĂŒr die ohnehin stark gesunkene Investorenstimmung in puncto Medizintechnik. Das Zollrisiko sorge fĂŒr weitere Unsicherheit, schrieb sie in einer Studie.

So fielen die Titel von Siemens Healthineers DE000SHL1006 als schwĂ€chster DaxDE0008469008-Wert gegen Mittag um 4,6 Prozent - Dubajova nannte den Konzern in ihrer Analyse in einem Zug mit jenen Unternehmen, fĂŒr die die Untersuchungen Bedeutung haben könnten. Im MDax DE0008467416 gaben Carl Zeiss Meditec DE0005313704 um rund 3 Prozent nach, Sartorius DE0007165631 verloren 2,1 Prozent. Vergleichsweise glimpflich kamen der in den USA stark vertretene Dialyseanbieter Fresenius Medical Care DE0005785802 mit 1,3 Prozent Abschlag und Qiagen NL0015002CX3 mit minus 1,2 Prozent davon. Fresenius DE0005785604 bĂŒĂŸten 0,6 Prozent ein.

Zwar sei das Ergebnis der Untersuchungen bislang noch offen, doch könnte es womöglich sogar ausgerechnet solche Unternehmen treffen, die bislang noch durch bestimmte Sonderregelungen von Zöllen ausgenommen worden seien, schrieb die Citigroup-Expertin weiter. Dazu zĂ€hlten unter anderem Anbieter von Medizintechnik fĂŒr chronische Krankheiten.

Ähnlich sehen es die Experten von Jefferies: Ausgerechnet solche Konzerne, deren Kurse bislang gegenĂŒber den Zöllen recht immun gewesen seien, könnten nun den Preis zahlen, schrieb das Team um Julien Dormois. Dazu zĂ€hlen die Analysten beispielsweise auch Unternehmen wie die dĂ€nische Coloplast DK0060448595 und den britischen Wundversorgungsspezialisten Convatec GB00BD3VFW73, deren Aktien zuletzt um vier beziehungsweise mehr als fĂŒnfeinhalb Prozent absackten.

Die von den USA durchgefĂŒhrten Untersuchungen nach der sogenannten Section 232 basieren auf einem Gesetz aus den frĂŒhen 1960er-Jahren und spielen aktuell auch in der Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump eine große Rolle. Auch fĂŒr die Pharmaindustrie wurden entsprechende Untersuchungen eingeleitet. Dabei geht es darum herauszufinden, ob die nationale Sicherheit durch den Import bestimmter GĂŒter in Gefahr ist. In diesem Fall kann das US-Handelsministerium höhere Zölle empfehlen, um die heimische Wirtschaft zu schĂŒtzen.

In ihrem Zoll-Deal mit Europa hatte die Trump-Regierung Pauschalzölle von 15 Prozent auf EU-Einfuhren ausgehandelt, doch es gelten bislang viele Sonderregelungen und Ausnahmen etwa fĂŒr bestimmte pharmazeutische Produkte. ZusĂ€tzlich hohe Zölle wiederum gelten etwa auf Aluminium- und Stahlimporte.

Laut Citigroup ist mit Blick auf die Medizintechnik bislang auch nicht klar, ob durch mögliche Zölle nach Section 232 die bisherigen Ausnahmeregelungen ĂŒberschrieben werden. Die Analysten sehen aber besonders jene Unternehmen in Gefahr, die bisher nur ĂŒber wenig eigene ProduktionskapazitĂ€ten in den USA verfĂŒgen und daher verstĂ€rkt dorthin importieren. Dazu zĂ€hlen sie etwa die schwedische Elekta SE0000163628, die beiden HörgerĂ€te-Anbieter GN (-3,65%) DK0010272632 und Demant (-4,80%) DK0060738599, aber auch - in geringerem Umfang Siemens Healthineers. Fresenius und etwa der Schweizer Augenheilkundekonzern Alcon CH0432492467 (-1,2%) seien im Vergleich nur wenig gefĂ€hrdet.

@ dpa.de

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