EU-Parlament stoppt Umsetzung von Zolldeal mit USA
23.02.2026 - 16:00:13 | dpa.deHintergrund sind die neu von US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigten Zölle, wie der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange (SPD), mitteilte. "Wir möchten von den Vereinigten Staaten die klare Zusicherung, dass sie das Abkommen einhalten, denn das ist das entscheidende Element", sagte Lange im Ausschuss. Auf zurzeit geltende Zölle hat die Entscheidung rechtlich keine Auswirkungen.
Nach einer Entscheidung des obersten US-Gerichtshofs gegen seine Zollpolitik hatte Trump am Freitag einen weltweiten Zollsatz auf Importe in die USA von 10 Prozent angekĂŒndigt und diesen am Samstag auf 15 Prozent erhöht.
EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und Trump hatten sich im vergangenen Sommer darauf verstĂ€ndigt, dass fĂŒr die meisten EU-Importe in die USA ein maximaler Zoll nicht ĂŒberschritten werden soll. Das daraufhin mit den USA ausgearbeitete rechtlich bindende Abkommen muss noch vom EU-Parlament angenommen werden.
Die Umsetzung der Ăbereinkunft wurde von der EU-Kommission bereits vor Monaten auf den Weg gebracht, fĂŒr den Vollzug ist aber die Zustimmung des Parlaments und der Mitgliedstaaten zu den entsprechenden Verordnungen erforderlich. Lange kĂŒndigte ein Treffen der Parlamentarier zur Abstimmung fĂŒr die kommende Woche an.
Im Grönland-Konflikt bereits pausiert
Die Abgeordneten hatten die Vorbereitung der Umsetzung bereits im Januar vorĂŒbergehend ausgesetzt, nachdem US-PrĂ€sident Trump im Grönland-Konflikt Extrazölle angedroht hatte. Das Abkommen sieht vor, eine zollfreie Einfuhr von US-IndustriegĂŒtern zu ermöglichen. Im Gegenzug hatten sich die USA im vergangenen Sommer verpflichtet, die Zölle auf die meisten EU-Importe auf maximal 15 Prozent zu begrenzen. Im Zuge dessen wurden etwa die Zölle auf Autos gesenkt.
Schlappe fĂŒr Trump vor Gericht
In einem historischen Urteil untersagte der Supreme Court nun am Freitag dem US-PrĂ€sidenten, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz aus dem Jahr 1977 (IEEPA) Zölle gegen den Import von Waren aus vielen LĂ€ndern zu verhĂ€ngen. Die aggressive Zollpolitik ist ein Kernelement von Trumps zweiter Amtszeit. Er kĂŒndigte an, andere Wege zu nutzen, um seine Zölle weiterhin durchzusetzen.
Trump beruft sich nun auf ein Handelsgesetz von 1974. Dieses erlaubt es unter bestimmten Voraussetzungen, bis zu 150 Tage lang Zölle auf Importe zu erheben. Dass diese erfĂŒllt sind, wird von Experten bereits bezweifelt. Um Zölle fĂŒr einen lĂ€ngeren Zeitraum zu erheben, brĂ€uchte Trump in jedem Fall die Zustimmung des US-Parlaments.
Der Supreme Court urteilte nicht generell zu Zöllen, sondern nur darĂŒber, ob Trumps Argumentation mit dem Notstandsgesetz rechtens war oder nicht. Nun ist klar: Er hat seine Kompetenzen ĂŒberschritten.
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