Produktion/Absatz, Zusammenfassung

'Reisehunger stĂ€rker denn je' - Buchungen ĂŒber Rekordsommer 2019

04.03.2024 - 16:07:52 | dpa.de

Das GeschÀft mit den schönsten Wochen des Jahres brummt wieder.

Die Menschen in Deutschland sind in Reiselaune trotz Konjunkturflaute, Inflation und Streikwellen bei Bahn und Lufthansa DE0008232125. "Der Reisehunger der Menschen in Deutschland ist stĂ€rker denn je und wĂ€chst weiter", sagte der PrĂ€sident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Norbert Fiebig, am Montag zum Auftakt der weltgrĂ¶ĂŸten Reisefachmesse ITB Berlin (5. bis 7. MĂ€rz). Der Buchungsumsatz fĂŒr die wichtige Sommersaison liege derzeit deutlich ĂŒber dem Vor-Corona-Rekord 2019.

Mehr Menschen als im vergangenen Jahr möchten Umfragen zufolge in diesem Jahr verreisen. Nach Angaben des DRV teilten bei einer aktuellen GfK-Umfrage 79 Prozent (plus 2 Prozentpunkte) mit, eine Urlaubsreise zu planen. Zudem wollen 25 Prozent mehr oder wesentlich mehr dafĂŒr ausgeben als 2023. Gespart wird nach Erkenntnissen der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) eher in anderen Bereichen. "Die eine lange Reise gehört fĂŒr die meisten im Leben dazu", sagte der Studienleiter der FUR-Reiseanalyse Ulf Sonntag jĂŒngst.

Mit Stand Ende Januar haben dem DRV zufolge 24 Prozent mehr Menschen in Deutschland eine Veranstalterreise fĂŒr diesen Sommer gebucht als ein Jahr zuvor. Der Umsatz mit Pauschalreisen oder Bausteinreisen, deren einzelne Elemente wie Hotel und Flug individuell zusammengestellt werden können, lag um 30 Prozent ĂŒber dem Vorjahr. Der Rekordsommer 2019 vor der Corona-Pandemie wird beim Umsatz bislang um 11 Prozent ĂŒbertroffen, auch wegen gestiegener Preise. Die Zahl der GĂ€ste hinkt gegenĂŒber 2019 dagegen noch um 17 Prozent hinterher.

Mit Blick auf die geplanten Streiks bei der Bahn und bei Lufthansa in der ITB-Woche sagte Fiebig: "Das ist kein gutes Bild, das aus Deutschland in die Welt getragen wird". Die AusstÀnde schadeten der gesamten Wirtschaft und dem Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland.

DRV-PrĂ€sident Fiebig erwartet im Gesamtjahr ein "signifikantes" Umsatzwachstum, auch wenn es nicht in dem bisherigen Tempo weitergehen dĂŒrfte. Zugleich werde die LĂŒcke bei der Kundenzahl gegenĂŒber dem Vor-Corona-Jahr 2019 kleiner.

"Die Sehnsucht nach Sonne und Strand ist auch aktuell wieder sehr groß", sagte auch DER Touristik-Zentraleuropa-Chef Ingo Burmester. Die Zahl der GĂ€ste aus Deutschland fĂŒr den Sommer liegt nach seinen Angaben (Stand: Mitte Februar) bislang 33 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahreszeitraumes. Der Buchungsumsatz stieg um 47 Prozent. "Wir sehen also, dass die Nachfrage weiter zunimmt; Reisen bleibt auch 2024 PrioritĂ€t".

Branchenprimus Tui DE000TUAG505 berichtete ebenfalls jĂŒngst von gestiegener Nachfrage trotz schwĂ€chelnder Konjunktur in Deutschland. "Urlaubsreisen haben nach wie vor eine hohe PrioritĂ€t bei unseren Kunden. Das ist stabiler, als wir gedacht hĂ€tten", so Tui-Finanzvorstand Mathias Kiep. Der in der Corona-Krise auf staatliche Hilfe angewiesene Veranstalter FTI Group sieht sich dank gestiegener Nachfrage wieder auf Wachstumskurs.

Beliebteste Reiseziele fĂŒr den Sommer sind dem Reiseverband zufolge aktuell die TĂŒrkei, gefolgt von Spanien und Griechenland. Billiger dĂŒrfte Reisen in der Summe in diesem Jahr aber nicht werden. Der Flughafenverband ADV kritisierte die geplante Anhebung der Ticketsteuer im Flugverkehr. Allein von 2019 bis 2024 seien die staatlich veranlassten Belastungen fĂŒr den Flughafenstandort Deutschland um mehr als 50 Prozent gestiegen. "Das ist ein fatales Signal fĂŒr Reisende und Tourismusunternehmen", sagte ADV-HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer Ralph Beisel.

Im vergangenen Reisejahr 2022/23, das am 31. Oktober endete, erholte sich Branche von dem Einbruch in der Corona-Pandemie. "Die Deutschen haben fast 10 Milliarden Euro mehr als vor der Pandemie fĂŒr das Reisen ausgegeben", berichtete der DRV-PrĂ€sident.

FĂŒr ihre Trips mit mindestens einer Übernachtung, die vor Reiseantritt gebucht wurden, gaben die BundesbĂŒrger 2022/23 demnach 79 Milliarden Euro aus. GegenĂŒber dem Rekordwert von 69,5 Milliarden Euro im Vor-Corona-Jahr 2018/19 nahmen die Ausgaben um 14 Prozent zu, auch weil die Preise zulegten.

Der Umsatz mit Pauschal- und Bausteinreisen stieg 2022/23 den Angaben zufolge im Vergleich zum Reisejahr davor um 31 Prozent auf 37,3 Milliarden Euro. Gefragt waren auch Auslands- und Fernreisen sowie Kreuzfahrten nach den deutlichen RĂŒckgĂ€ngen in der Pandemie.

Der internationale Tourismus dĂŒrfte der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) zufolge im laufenden Jahr das Niveau vor der Pandemie wieder erreichen. Erste SchĂ€tzungen deuteten auf ein Wachstum von zwei Prozent ĂŒber dem Niveau von 2019 hin. Positiv sind die Erwartungen fĂŒr Europa, unter anderem weil in Frankreich im Juli und August die Olympischen Sommerspiele 2024 stattfinden.

Im vergangenen Jahr erreichte der weltweite Tourismus mit geschĂ€tzt rund 1,3 Milliarden internationaler GĂ€steankĂŒnfte demnach 88 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. KrĂ€ftige ZuwĂ€chse gab es den Angaben zufolge unter anderem in Europa und im Nahen Osten, zum Beispiel in Katar und Saudi-Arabien.

Die ITB (5. bis 7. MÀrz) wird am Montagabend (18.00 Uhr) offiziell eröffnet. Gastland ist in diesem Jahr Oman.

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