Handwerk, Sonntagsbackverbot

Handwerk: 'Sonntagsbackverbot fĂŒr BĂ€cker aufheben'

04.01.2026 - 11:22:06

Das Handwerk macht Druck dafĂŒr, das "Sonntagsbackverbot" fĂŒr BĂ€cker aufzuheben sowie die Bonpflicht abzuschaffen.

Handwerks-PrĂ€sident Jörg Dittrich sagte der Deutschen Presse-Agentur, im Koalitionsvertrag sei vereinbart, das Sonntagsbackverbot fĂŒr BĂ€cker aufzuheben. "Trotzdem passiert nichts. Backstationen und Tankstellen dĂŒrfen sonntags aufbacken, wĂ€hrend der HandwerksbĂ€cker benachteiligt ist", sagte Dittrich.

"Mir kann keiner erzĂ€hlen, dass das Abendland untergeht, wenn wir dieses Verbot abschaffen. Warum wird das nicht umgesetzt? Dass das nicht geschieht, symbolisiert fĂŒr mich Reformstillstand", kritisierte der Handwerks-PrĂ€sident.

Nach dem Arbeitszeitgesetz dĂŒrfen BĂ€ckereien bisher an Sonn- und Feiertagen bis zu drei Stunden Backwaren herstellen und liefern. Im Koalitionsvertrag heißt es, der sogenannte Ausnahmekatalog im Arbeitszeitgesetz fĂŒr Sonn- und FeiertagsbeschĂ€ftigung solle um das BĂ€ckereihandwerk erweitert werde. Dabei sollten hohe Standards im Arbeitsschutz gewahrt bleiben.

Tankstellen und Backstationen wÀrmten Brötchen nur auf, so Dittrich. "Wenn ein BÀckereibetrieb einen Backofen hat, gilt das als Produktion, und die ist sonntags nur eingeschrÀnkt erlaubt. Das benachteiligt den ortsansÀssigen BÀcker, der an Sonn- und Feiertagen nur drei Stunden backen darf", sagte Dittrich. "Dabei kenne ich Betriebe und BeschÀftigte, die sagen: "Ich will ganz gerne sonntags kommen, weil ich da einen Zuschlag bekomme auf meine Arbeitszeit." Lasst die BÀcker doch einfach machen." Es gehe um mehr FlexibilitÀt, Vertrauen und unternehmerische Freiheit.

Bonpflicht

Ein zweites Symbol fĂŒr Reformstillstand sei die Bonpflicht, sagte der PrĂ€sident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). "Deren Abschaffung hatte die Koalition zugesagt, umgesetzt ist sie bis heute nicht. Warum eigentlich nicht? Die Bonpflicht ist im Alltag schlicht lĂ€stig: Sie produziert Millionen unnötiger Thermopapierbons, die direkt im MĂŒll landen, kostet Zeit an der Kasse, belastet kleine Betriebe organisatorisch und ökologisch und stiftet im Alltag kaum Nutzen fĂŒr Kundinnen und Kunden. Dennoch wurde weiter daran festgehalten aus Misstrauen und aus Angst vor Missbrauch."

Seit 2020 mĂŒssen HĂ€ndler mit elektronischen Kassensystemen ihren Kunden bei jedem Kauf unaufgefordert einen Beleg aushĂ€ndigen. Ziel: Steuerbetrug etwa durch manipulierte Ladenkassen soll so bekĂ€mpft werden. Im Koalitionsvertrag heißt es: "Wir schaffen die Bonpflicht ab." FĂŒr GeschĂ€fte mit einem jĂ€hrlichen Umsatz von ĂŒber 100.000 Euro solle ab dem 1. Januar 2027 eine Registrierkassenpflicht eingefĂŒhrt werden.

@ dpa.de