OpenAI startet WerbegeschÀft in Deutschland und Europa
Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 07:08 Uhr | dpa.deDie Reklame wird am kommenden Montag (24. August) in 31 europĂ€ischen MĂ€rkten aktiviert. Neben Deutschland umfasst der Schritt unter anderem Ăsterreich, die Schweiz, Frankreich, Spanien, Italien, Polen sowie die Benelux- und die skandinavischen LĂ€nder.
Klare Trennung und Datenschutz im Fokus
Um das Vertrauen der Nutzerschaft nicht zu gefÀhrden, will OpenAI die Werbeinhalte optisch von den Chat-Inhalten unterscheidbar machen. Dave Dugan, Vice President of Ads bei OpenAI, sagte der dpa: "Die Antwort von ChatGPT ist klar von den Anzeigen getrennt und deutlich abgegrenzt. Unterhalb der eigentlichen Antwort von ChatGPT befindet sich eine graue Linie und unterhalb dieser Linie kann sich eine Anzeige befinden."
Gleichzeitig versprach das Unternehmen, dass Werbetreibende keinen Zugriff auf ChatverlĂ€ufe erhalten. Dugan sagte: "Bei den Werbeeinblendungen gilt grundsĂ€tzlich der Schutz der PrivatsphĂ€re der Unterhaltung. Wir geben keinerlei Informationen aus Unterhaltungen an Werbetreibende weiter. Dies ist fĂŒr uns Ă€uĂerst wichtig - auch, weil manche Nutzer ChatGPT sehr persönliche Dinge anvertrauen."
Werbefrei in den Abos fĂŒr Profis
FĂŒr Nutzer, die eine werbefreie Umgebung bevorzugen, verweist der Konzern auf seine Abos. "Sollte jemand aus irgendeinem Grund keine Anzeigen sehen wollen, kann er auf ChatGPT Plus oder Pro umsteigen", sagte Dugan. Das Plus-Abo kostet in Europa monatlich knapp 23 Euro, der deutlich umfangreichere Pro-Tarif sogar 229 Euro im Monat. Der Einsteigertarif ChatGPT Go, der monatlich knapp sieben Euro kostet, ist nicht werbefrei.
Strategiewechsel bei OpenAI
Mit der Entscheidung fĂŒr eine Werbefinanzierung hatte OpenAI Anfang 2026 einen Strategiewechsel vollzogen. FirmenmitbegrĂŒnder und Chef Sam Altman war frĂŒher strikt dagegen. Im Herbst 2025 Ă€uĂerte er sich in Interviews jedoch offener. Dabei nannte er Instagram als Beispiel fĂŒr Werbung, die nĂŒtzlich sein könne, wenn sie gut gemacht sei.
OpenAI versucht angesichts von hohen Betriebskosten fĂŒr den Betrieb der riesigen KI-Modelle, neue Umsatzquellen zu erschlieĂen. Dabei geht es vor allem darum, mit Gratis-Nutzern UmsĂ€tze zu machen. Nach aktuellen SchĂ€tzungen nutzen nach wie vor mehr als 80 Prozent der monatlich ĂŒber eine Milliarde Anwender die kostenlose Version von ChatGPT. Um diese Gruppe nicht mehr nur als reinen Kostenfaktor zu fĂŒhren, setzt das Unternehmen zunehmend auf Werbeeinblendungen und gĂŒnstigere Einsteiger-Abonnements.
Start mit groĂen Werbeagenturen
Die Ausweitung des WerbegeschĂ€fts auf Deutschland und Europa erfolgt genau sechs Monate nach dem Start des ersten Werbetestlaufs von OpenAI in den USA. Das Angebot wurde laut Unternehmensangaben von einem Pilotprojekt zu einer globalen Plattform ausgebaut, die mittlerweile von Zehntausenden Werbekunden genutzt werde. Zum europĂ€ischen Marktstart kooperiert OpenAI zunĂ€chst mit groĂen Werbeagenturen wie Publicis FR0000130577, WPP JE00B8KF9B49, Omnicom, MediaPlus, und Havas. Ein Self-Service-Tool fĂŒr kleinere Unternehmen und SelbststĂ€ndige soll in KĂŒrze folgen.
