Aktien Europa: Hohe Energiepreise schicken Börsen erneut auf Talfahrt
09.03.2026 - 11:32:23 | dpa.deDer Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145fiel auf den tiefsten Stand seit Ende November. Gegen Mittag ging es um zwei Prozent auf 5.602 ZĂ€hler abwĂ€rts. Seit Beginn der Kampfhandlungen hat das Börsenbarometer fast neun Prozent eingebĂŒĂt.
"Die Schwierigkeiten bei der Wiederöffnung der StraĂe von Hormus halten an und Fortschritte bei einem möglichen Machtwechsel in Teheran bleiben aus", schrieb Nicola Grass, Portfolio-Manager der ZĂŒrcher Kantonalbank. Der Iran beweise zudem die FĂ€higkeit, kritische Infrastrukturen in benachbarten LĂ€ndern anzugreifen.
AuĂerhalb der Eurozone hielt sich der britische Leitindex FTSE 100 GB0001383545 mit minus 1,1 Prozent auf 10.168 Punkte etwas besser. Der Schweizer SMI CH0009980894 bĂŒĂte gut zwei Prozent auf 12.819 ZĂ€hler ein.
Vor allem der heftige Anstieg der Energiepreise schickte die Aktienkurse auf Talfahrt. Der Preis fĂŒr ein Fass Rohöl der Nordseesorte Brent schnellte zeitweise um fast 30 Prozent nach oben auf knapp 120 US-Dollar. Zuletzt betrug der Anstieg noch 13 Prozent. Ăhnlich ausgeprĂ€gt war der Anstieg des Preises fĂŒr in Amsterdam gehandeltes FlĂŒssiggas.
Der europĂ€ische Sektor der Ăl- und Gasproduzenten EU0009658780 konnte davon aber nicht lĂ€nger profitieren, er lag leicht im Minus. Denn der starke Preisanstieg der EnergietrĂ€ger droht die weltweite Konjunktur abzuwĂŒrgen. Das wiederum dĂŒrfte die Nachfrage nach Ăl und Gas erheblich drosseln.
Diese Konjunktursorgen bekamen am Montag die Rohstoffproduzenten EU0009658624 am stĂ€rksten zu spĂŒren. Der Sektor sackte um 3,4 Prozent ab und war das Schlusslicht auf dem Sektortableau. Rio Tinto bĂŒĂten in London 2,7 Prozent ein, belastet auch von einer Abstufung von "Overweight" auf "Neutral" durch JPMorgan. ArcelorMittal sackten in Paris um 6 Prozent ab, nachdem JPMorgan die Papiere des Stahlherstellers auf "Underweight" gesenkt hatte.
In ZĂŒrich verbilligten sich Roche-Aktien um 5 Prozent. Anleger zeigten sich enttĂ€uscht darĂŒber, dass der Brustkrebswirkstoff Giredestrant die gesteckten Ziele in einer zulassungsrelevanten Studie nicht erreicht hat. Novo Nordisk DK0062498333 legten in Kopenhagen um 1,1 Prozent zu. Der Streit um den Verkauf von Abnehmmedikamenten zwischen den DĂ€nen und dem US-Telemedizinanbieter Hims & Hers US4330001060 dĂŒrfte durch eine Kooperation der beiden Unternehmen beendet werden.
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