Oberstes US-Gericht wird ĂŒber Trumps Zölle verhandeln
10.09.2025 - 05:36:42Im November solle eine Anhörung dazu stattfinden, hieà es in einem Dokument des Supreme Courts. Vergangene Woche hatte Trumps Regierung beantragt, vor dem Supreme Court zu klÀren, ob ein bestimmtes Notstandsgesetz die vom US-PrÀsidenten gegen zahlreiche LÀnder verhÀngten Zölle legitimiert.
Zuvor hatte Trump eine Niederlage vor einem US-Berufungsgericht erlitten. Gegen seine Zollpolitik hatte ursprĂŒnglich unter anderem ein Dutzend US-Bundesstaaten geklagt.
Das Berufungsgericht hatte Trump die Befugnis abgesprochen, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz weitreichende Zölle auf Importprodukte zu verhÀngen. Die Entscheidung sollte allerdings nicht vor dem 14. Oktober in Kraft treten, was Trump Zeit gab, sie anzufechten.
Die Entscheidung umfasst die von Trump erstmals Anfang April angekĂŒndigten lĂ€nderspezifischen Zölle, die Dutzende Handelspartner der USA betreffen. Danach rĂ€umte die US-Regierung Fristen ein, damit die LĂ€nder weiter mit den USA verhandeln können. In der Folge verĂ€nderten sich einige der ZollsĂ€tze.
Im Falle der EuropÀischen Union etwa gilt seit dem 7. August ein Zollsatz von 15 Prozent auf den Import der meisten EU-Produkte in die USA. Eine zentrale Frage ist deshalb, wie sich der Rechtsstreit auf den Handel mit Staaten auswirken wird, mit denen die USA bereits ein Abkommen geschlossen haben.
Die US-Regierung bangt um ihre Deals und erwÀhnt in ihrem Antrag an den Supreme Court explizit auch die EU: Aufgrund von Zöllen, die unter Berufung auf das Notstandsgesetz verhÀngt wurden, hÀtten sechs wichtige Handelspartner und die EU bereits Rahmenabkommen mit den Vereinigten Staaten geschlossen.
Sie hĂ€tten dabei Zollvereinbarungen akzeptiert, die stark zugunsten der USA neu justiert worden seien, heiĂt es. WĂŒrde die Zollbefugnis verweigert, brĂ€chte das die USA "an den Rand einer wirtschaftlichen Katastrophe".
FĂŒr seine weitreichenden Zölle auf viele Produkte aus dem Ausland hatte Trump ein Gesetz von 1977 herangezogen. Dies besagt, dass ein PrĂ€sident im Krisenfall Dekrete erlassen kann, ohne dass der Kongress angerufen werden muss. Zölle seien jedoch eine Kernkompetenz des US-Parlaments, hatte das Berufungsgericht verdeutlicht.
Die Richter hatten damit Trumps juristische Argumentation moniert und zugleich seiner aggressiven Handelspolitik zunÀchst einen DÀmpfer verpasst.

