Russische Raketen auf Kiew - Tote nach Bomben in Slowjansk
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 16:12 Uhr | dpa.deIm Umland westlich von Kiew wurden bei einem Raketenangriff auf eine Waffenausstellung nach offiziellen Angaben Dutzende Menschen verletzt und mindestens zehn getötet.
In der frontnahen Stadt Slowjansk im ostukrainischen Gebiet Donezk töteten Gleitbomben mindestens fĂŒnf Menschen.
Raketen auf Kiew und Umgebung
Die Behörden hatten kurz vor Mittag Raketenalarm in Kiew ausgelöst. Russland habe mindestens zehn ballistische Raketen auf die Stadt abgefeuert, dazu auch Lenkwaffen vom Typ Zirkon, berichtete die Nachrichtenagentur Unian. Ăber der Stadt waren mehrere Explosionen zu hören. Nach Angaben von BĂŒrgermeister Vitali Klitschko rĂŒckten auch Krankenwagen aus.
HĂ€rter traf es demnach das Umland: Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj sprach von Rettungs- und Bergungsarbeiten. Dazu stellte er Bilder, die erneut schwere VerwĂŒstungen zeigen - vor allem privater WohngebĂ€ude.
Zum Ziel des Angriffs gab es unterschiedliche Angaben. Dem Sprecher der ukrainischen Luftwaffe zufolge galt der Schlag einem privaten Sportkomplex. Unter Berufung auf den Chef des Drohnenherstellers First Contact berichteten Medien, auf dem GelÀnde seien gerade Waffen prÀsentiert worden. Der Luftwaffe zufolge konnte nur eine von drei Raketen abgefangen werden.
Die Zahl der Toten stieg auf mindestens zehn, wie Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko bekanntgab. Verletzt wurden demnach weitere rund 100 Menschen. Krawtschenko sprach von einem Kriegsverbrechen. Ermittelt wird ihm zufolge aber auch wegen möglicher SicherheitsverstöĂe bei der Veranstaltung am Angriffsort, die zum Tod von Menschen gefĂŒhrt hĂ€tten.
Russland hat in den vergangenen Wochen die Raketenangriffe auf Kiew massiv verstÀrkt. Immer wieder kommen dabei viele Zivilisten zu Schaden.
Slowjansk erneut Ziel von Bomben
Schwere Folgen hatten die russischen Angriffe auch in Slowjansk: Dort habe es neben den fĂŒnf Toten auch neun Verletzte nach dem Abwurf von Gleitbomben gegeben, teilte der ukrainische Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Seinen Angaben nach wurden zehn private WohnhĂ€user beschĂ€digt, zudem auch eine Fabrik und das GebĂ€ude des lettischen Honorarkonsuls in der Stadt. Bereits am spĂ€ten Donnerstagabend verletzte das russische MilitĂ€r mit BombenabwĂŒrfen mehr als ein Dutzend Zivilisten in Slowjansk.
Filaschkin rief die Menschen angesichts der Gefahr zur Flucht auf. "Die Evakuierung ist kostenlos. Wir helfen mit dem Transport, der Unterbringung und allem Notwendigen", schrieb er.
Der Stromversorger Ukrenergo meldete SchĂ€den an Energieanlagen in fĂŒnf anderen Regionen infolge russischer Angriffe. Getroffen worden seien Objekte in den Gebieten Tschernihiw, Charkiw, Donezk, Dnipropetrowsk und Saporischschja, hieĂ es in einer Mitteilung.
