ADAC: Handys im Verkehr sind gefÀhrliche Gewohnheit
09.06.2026 - 06:22:31 | dpa.deBei einer Beobachtung des Automobilclubs in fĂŒnf GroĂstĂ€dten nutzten rund 2,7 Prozent der Kfz-Fahrer sowie 1,4 Prozent der Rad- und E-Scooter-Fahrer das Handy wĂ€hrend der Fahrt. Das Verhalten der Verkehrsteilnehmer an Ampeln wurde nicht unter die Lupe genommen.
Die Bundesanstalt fĂŒr StraĂen- und Verkehrswesen (Bast) kommt in ihrer jĂŒngsten Handy-Verkehrsbeobachtungsstudie zu dem Schluss, dass die Ablenkung durch Smartphones weiterhin weit verbreitet ist. Sie bezieht sich auf alle StraĂenarten inklusive Autobahnen. Nach ihren im Jahr 2024 erhobenen Beobachtungsdaten waren 4,5 Prozent der Pkw-Fahrer (2022: 4,9 Prozent) aktiv mit ihrem Smartphone oder technischen GerĂ€t beschĂ€ftigt.
Mehr MĂ€nner als Frauen
Auf Autobahnen wird laut Bast-Studie das Smartphone am hĂ€ufigsten genutzt, gefolgt von auĂerorts. Am seltensten wird es innerorts genutzt. Im Detail lieĂ sich den Angaben der Bast zufolge am hĂ€ufigsten beobachten, dass Pkw-Fahrer ihr Smartphone wĂ€hrend der Fahrt in der Hand hielten, ohne dabei zu sprechen, oder dass eine manuelle Bedienung im Bereich der Mittelkonsole erfolgte. MĂ€nner nutzten ihr Smartphone hĂ€ufiger als Frauen, erklĂ€rte die Bundesanstalt.
Bei Radfahrern lag bei den Beobachtungen der Bundesanstalt in 2,4 (2022: 3,6) Prozent der FÀlle eine aktive Nutzung und in 8,8 (2022: 7,9) Prozent der FÀlle eine potenzielle Nutzung des Smartphones vor. Die Nutzung war demnach bei Radfahrern nachmittags am höchsten. Pkw-Fahrer waren hÀufiger am Vormittag abgelenkt, im Tagesverlauf nahm ihre Smartphone-Nutzung ab.
Dringender Appell des ADAC
Das Unfallrisiko wird laut ADAC hĂ€ufig unterschĂ€tzt. "Wer auch nur wenige Sekunden auf das Display schaut, ist im Stadtverkehr praktisch blind unterwegs", sagte ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold. Bei einem Tempo von 50 Kilometern pro Stunde lege man fast 30 Meter zurĂŒck, wenn man zwei Sekunden auf das Display schaue. Nutzer seien so stark auf das Handy fokussiert, dass Umgebungsreize und Gefahrenhinweise ausgeblendet wĂŒrden.
Ablenkung zĂ€hle zu den gröĂten Sicherheitsrisiken im StraĂenverkehr. "Wer wĂ€hrend der Fahrt Nachrichten liest oder tippt, reagiert gar nicht oder zu spĂ€t auf Gefahrensituationen. Deshalb haben UnfĂ€lle, die auf Ablenkung zurĂŒckzufĂŒhren sind, hĂ€ufig so verheerende Folgen", erklĂ€rte Suthold. Das gelte nicht nur fĂŒr Autofahrer, sondern ebenso fĂŒr Radfahrer. Auch auf dem Fahrrad könne ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit zu schweren UnfĂ€llen fĂŒhren.
StÀrkere Kontrollen gefordert
"Neben AufklĂ€rung brauchen wir eine konsequente Ăberwachung bestehender Regeln. Nur wenn die Gefahr der Entdeckung steigt, wird sich das Verhalten vieler Verkehrsteilnehmer nachhaltig Ă€ndern", erklĂ€rte Suthold. VerstĂ€rkte Kontrollen seien deshalb wichtig. Als erstes Bundesland habe Rheinland-Pfalz fĂŒr Handyblitzer etwa von BrĂŒcken aus eine Rechtsgrundlage geschaffen. Diese sei auch in anderen BundeslĂ€ndern eine Voraussetzung fĂŒr einen Einsatz.
Die Verkehrsbeobachtung des ADAC fand im MĂ€rz und April in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Köln und MĂŒnchen statt. Dabei wurden 9.573 Kfz-Fahrer sowie 9.239 Radfahrer und E-Scooter-Fahrer beobachtet. Die Tester registrierten 262 HandyverstöĂe bei Kfz-Fahrern sowie 125 VerstöĂe bei Radfahrern und E-Scooter-Fahrern. Die aktuellen Ergebnisse lĂ€gen mit den Werten der Bast fĂŒr den innerstĂ€dtischen Verkehr nah beieinander, sagte ein ADAC-Sprecher.
Die Bundesanstalt beobachtete 80.000 Pkw-Fahrer, 47.000 Radfahrende (innerorts) sowie 50.000 FuĂgĂ€nger (innerorts) in 14 Erhebungsregionen.
