BASF, DE000BASF111

Das Ultramid Advanced Portfolio von BASF - Hochleistungskunststoffe für langlebige Klassiker

05.07.2026 - 18:03:07 | ad-hoc-news.de

Ultramid Advanced von BASF umfasst eine Familie technischer Polyamide, die sich als Dauerläufer in zahlreichen Anwendungen von Automobil bis Elektro etabliert haben. Wer BASF Aktien (ISIN DE000BASF111) hält, sollte dieses Produkt kennen.

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Verantwortlich: Nora Steinfeld, ad hoc news Fachredaktion Klassiker & Longseller. Geprueft am 05.07.2026, 18:02 Uhr. Details im Impressum.

Ultramid Advanced von BASF raschelt trocken, wenn Granulatkörner durch die Stahlrutsche in den Trichter einer Spritzgussmaschine prasseln. Neben der Maschine erklärt Produktmanager Markus Harth, warum diese Hochleistungspolyamide seit Jahren in Motorraum, Steckverbindern und Pumpen als langlebige Klassiker gelten.

Was hinter Ultramid Advanced steckt

Ultramid Advanced ist der Markenname für eine Gruppe teilaromatischer Polyamide, die BASF als Hochleistungskunststoffe oberhalb klassischer PA6- und PA66-Typen positioniert. Die Familie umfasst unter anderem Ultramid Advanced N (PA9T), Ultramid Advanced T1000 (PA6T/6I) und Ultramid Advanced T2000 (PA6T/66).

Diese Materialien kombinieren eine sehr hohe Wärmeformbeständigkeit mit chemischer Beständigkeit und Dimensionsstabilität, was sie besonders interessant für Anwendungen im Motorraum, in der Elektronik und in Pumpen oder Ventilen macht. BASF hebt hervor, dass viele Formteile auch bei Dauergebrauchstemperaturen von 120 bis 150 Grad ihre mechanischen Eigenschaften zuverlässig halten.

Einsatzfelder von Automobil bis Elektronik

Im Automobilbereich kommen Ultramid-Advanced-Typen etwa in Ladeluftleitungen, Motorabdeckungen, Gehäusen für Thermomanagement und in strukturellen Bauteilen von E-Antrieben zum Einsatz. Laut BASF lassen sich dadurch Metalle ersetzen und Bauteile leichter gestalten, ohne auf Steifigkeit zu verzichten.

In der Elektro- und Elektronikindustrie werden die Polyamide in Miniatursteckverbindern, Schaltern, Relais und Gehäusen verbaut, wo Kriechstromfestigkeit und Maßhaltigkeit bei hohen Löttemperaturen gefragt sind. Ein Beispiel sind Surface-Mount-fähige Steckverbinder, die Reflow-Lötprozesse mit Spitzentemperaturen um 260 Grad überstehen müssen.

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Materialeigenschaften im Detail

Laut BASF zeichnet sich Ultramid Advanced N auf Basis von Polyamid 9T durch eine besonders geringe Wasseraufnahme aus, was Verzug minimiert und Toleranzen in präzisen Bauteilen hält. Gleichzeitig erreicht das Material Glasübergangstemperaturen über 120 Grad und bietet hohe Steifigkeit auch im feuchten Zustand.

Ultramid Advanced T1000 wurde auf maximale Steifigkeit und Festigkeit bei hohen Temperaturen optimiert. BASF spricht bei glasfaserverstärkten Typen von E-Modulen deutlich über 20.000 MPa, was in Richtung Leichtmetall geht. Dadurch eignet sich das Material für dünnwandige, hochbelastete Bauteile im Antriebsstrang und in Strukturkomponenten von Elektrofahrzeugen.

Prozessierbarkeit und Designfreiheit

Für Verarbeiter ist wichtig, dass sich Hochleistungskunststoffe wirtschaftlich verarbeiten lassen. BASF betont, dass Ultramid Advanced im Standard-Spritzguss verarbeitet werden kann, oft bei Werkzeugtemperaturen zwischen 80 und 140 Grad und Schmelzetemperaturen in der Größenordnung von 300 Grad.

Die Fließfähigkeit der Compounds ermöglicht feine Strukturen, was besonders bei Mikroteilen und komplexen Steckverbindern ein Thema ist. Konstrukteure können damit Wanddicken reduzieren oder Funktionsintegration betreiben, etwa Schnapphaken, Dichtleisten und Führungselemente in einem Bauteil kombinieren.

Nachhaltigkeit und Eco-Design

Auch bei einem etablierten Klassiker wie Ultramid Advanced rückt BASF das Thema Nachhaltigkeit stärker in den Vordergrund. Im Rahmen des ChemCycling-Programms und des Biomassenbilanz-Ansatzes bietet der Konzern zunehmend Varianten an, bei denen ein Teil der fossilen Rohstoffe durch recycelte oder biobasierte Quellen ersetzt wird.

Die so produzierten Compounds können nach Angaben von BASF in bestehenden Anwendungen eingesetzt werden, ohne dass der Kunde die Rezeptur anpassen muss. Wichtig ist hier die Massenbilanz-Zertifizierung durch unabhängige Prüfer, damit OEMs die Einsparungen in ihren CO?-Bilanzen dokumentieren können.

Digitale Werkzeuge für Konstrukteure

Damit der Einstieg in die Materialauswahl leichter fällt, stellt BASF mit der Online-Plattform Ultrasim und Datenbanken wie Plastics Insight umfangreiche Materialdaten und Simulationsmöglichkeiten bereit. Konstrukteure können dort Spannungen, Verzug oder Füllverhalten bereits in der virtuellen Phase bewerten.

Speziell für Ultramid Advanced gibt es Materialkarten für gängige CAE-Programme, mit denen Automobil- und Elektronikzulieferer Crash-Simulationen, Lebensdauerabschätzungen und Ermüdungsanalysen durchführen. Dadurch werden die Polyamide zu einem planbaren Baustein in komplexen Entwicklungsprozessen.

Beispiele aus der Praxis

Ein häufig zitiertes Beispiel ist der Einsatz von Ultramid Advanced in Steckverbindern für Hochvolt-Bordnetze von Elektrofahrzeugen. Diese Bauteile müssen erhöhte Spannungen, thermische Zyklen und aggressive Medien wie Kühlmittel aushalten, ohne zu verspröden.

Daneben finden sich Anwendungen in Kühlmittelpumpen, Ventilgehäusen und Getriebekomponenten, in denen der Werkstoff Metalllösungen ersetzt. Der Hebel liegt dabei weniger in den reinen Materialkosten als in Gewichtsreduzierung, Designfreiheit und der Möglichkeit, Bauteile in einem Schritt statt mehreren Fertigungsschritten zu produzieren.

Langfristige Bedeutung im BASF-Portfolio

Ultramid Advanced gehört für BASF in die wichtige Kategorie der Performance Materials, die gegenüber Basischemikalien höhere Margen versprechen. Die Sparte ist eng mit der Automobil- und Elektroindustrie verzahnt, zwei Branchen, die strukturell wachsen und sich gleichzeitig technologisch verändern.

Während neue Batteriematerialien und Spezialchemikalien viele Schlagzeilen bekommen, liefern etablierte Polyamidfamilien wie Ultramid Advanced laufend Volumina und Cashflows. Diese Kontinuität macht sie aus Investorensicht zu einem stillen, aber relevanten Baustein im Geschäftsmodell.

Wie BASF die Produktfamilie weiterentwickelt

Produktmanager wie Markus Harth arbeiten nach eigenen Aussagen daran, das Portfolio kontinuierlich zu verbreitern – mit neuen Glasfasergehalten, Flammschutzsystemen oder tribologisch optimierten Varianten. Ziel ist, möglichst viele Nischen in Antrieb, Thermomanagement und Elektronik mit einem abgestuften Baukasten abzudecken.

Dabei kooperiert BASF eng mit Tier-1-Zulieferern und OEMs, um Anforderungen früh zu verstehen. Gerade bei Hochvolt-Steckverbindern, Onboard-Ladern oder Leistungselektronik wird Materialauswahl inzwischen früh in der Plattformplanung entschieden. Wer dort als bewährter Lieferant gelistet ist, profitiert über mehrere Fahrzeuggenerationen.

Konkurrenz und Differenzierung

Der Markt für teilaromatische Polyamide ist kompetitiv, mehrere globale Anbieter spielen mit. BASF versucht, sich über die Kombination aus breiter Produktpalette, globaler Fertigungspräsenz und Anwendungstechnik zu differenzieren. Kunden sollen Rezepturen weltweit mit vergleichbarer Qualität beziehen können.

Zudem setzt der Konzern auf technische Serviceleistungen wie rheologische Messungen, Bauteilanalysen bei Feldrückläufern und Unterstützung beim Werkzeugdesign. Für viele mittelgroße Zulieferer ist diese Nähe zur Anwendungstechnik ein Faktor, der zusätzlich zum Materialpreis in die Entscheidung einfließt.

Rolle in der Transformation der Autoindustrie

Mit der Umstellung von Verbrennern auf Elektroantriebe verschieben sich Materialbedarfe. Hochtemperaturbereiche im klassischen Motor schrumpfen, dafür entstehen neue Anforderungen bei Batteriemodulen, Leistungselektronik und Lademanagement. Ultramid Advanced sitzt dazwischen: Es bedient noch Verbrennerplattformen, wächst aber in E-spezifischen Anwendungen.

Für BASF bedeutet das eine Übergangsphase, in der bestehende Plattformen langsam auslaufen, während neue Anwendungen zu unterschiedlichen Zeitpunkten anspringen. Die langfristige Attraktivität des Geschäfts hängt davon ab, wie gut das Unternehmen seine Produkte in die Elektromobilitäts-Wertschöpfung einbindet.

Einordnung für Privatanleger und BASF Aktie

Für Privatanleger ist Ultramid Advanced vor allem als Beispiel dafür interessant, wie BASF mit etablierten Produktfamilien stetige Cashflows generiert und gleichzeitig über Varianten, digitale Tools und Nachhaltigkeitsoptionen an neuen Anforderungen arbeitet. Die Produktlinie ist kein Lautsprecher, sondern ein ruhiger Ertragsbringer im Konzernmix.

Die BASF Aktie (ISIN DE000BASF111) wird im Xetra-Handel in Euro notiert; Spezialkunststoffe wie Ultramid Advanced tragen zusammen mit anderen Performance-Materials-Produkten zum Ergebnis dieser Sparte bei, ohne dass der Markt ihnen einzeln einen expliziten Wert beimisst.

Kernfakten zu Ultramid Advanced von BASF

  • Produkt: Ultramid Advanced (z.B. N, T1000, T2000)
  • Hersteller: BASF SE
  • Kategorie: Klassiker / Longseller
  • Markteinführung: schrittweise seit den 2010er-Jahren, Portfolio laufend erweitert
  • UVP / Preis: abhängig von Typ und Abnahmemenge, typischerweise im Premiumsegment technischer Polyamide
  • Verfügbarkeit: weltweit über BASF und Distributionspartner, mit Produktionen und Logistikzentren in Europa, Asien und Nordamerika
  • Zielgruppe: Verarbeiter und OEMs in Automobil, Elektro/Elektronik, Maschinenbau und Industriekunden mit hohen Temperatur- und Chemikalienanforderungen
  • Besonderheit / USP: Kombination aus hoher Wärmebeständigkeit, geringer Wasseraufnahme, Dimensionsstabilität und umfangreicher technischer Unterstützung durch BASF

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Dieser Artikel wurde a.i.-gestützt erstellt und redaktionell geprüft. Produktinformationen ohne Gewähr; Preise und Verfügbarkeit können sich kurzfristig ändern. Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Börsengeschäfte sind mit Risiken bis zum Totalverlust verbunden.

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