ROUNDUPMinisterium, Umwandlung

Umwandlung von 200 MilitÀr-Standorten gestoppt

28.10.2025 - 17:40:09

Das Verteidigungsministerium setzt die Umwandlung militĂ€risch genutzter Liegenschaften fĂŒr zivile Zwecke aus.

Grund dafĂŒr sei der höhere Bedarf an Standorten wegen der geplanten VergrĂ¶ĂŸerung der Bundeswehr, wie das Ministerium mitteilte. Der Umwandlungsstopp betrifft demnach zunĂ€chst 187 ehemalige militĂ€rische Liegenschaften, die sich im Eigentum der Bundesanstalt fĂŒr Immobilienaufgaben (BImA) befinden. Diese seien grundsĂ€tzlich fĂŒr eine Nutzung durch die Bundeswehr geeignet.

Hinzu kommen 13 weitere Liegenschaften, die die Bundeswehr noch betreibt. Dazu gehören Teile des Flughafens Tegel in Berlin und der ehemalige Fliegerhorst in FĂŒrstenfeldbruck in Bayern. Die betroffenen Liegenschaften sollen Teil der "strategischen Liegenschaftsreserve der Bundeswehr" werden - also kurzfristig von der Bundeswehr bei Bedarf genutzt werden können.

Das Verteidigungsministerium machte die Liste zunĂ€chst nicht öffentlich. Das ARD-Hauptstadtstudio berichtete ĂŒber ein Dokument, auf dem auch der bayerische Fliegerhorst Erding sowie die Rheinliegenschaft in Koblenz standen. Diese Liste lag auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Strich durch kommunale PlÀne?

Mit der KursĂ€nderung könnten PlĂ€ne der Kommunen fĂŒr die Nutzung der Areale durchkreuzt werden. "Wir sind uns der Tragweite der Entscheidung sehr bewusst und wissen, dass in vielen FĂ€llen bereits Planungen bestehen, betroffene FlĂ€chen zivil zu nutzen", sagte Nils Hilmer, StaatssekretĂ€r im Verteidigungsministerium. "Wo immer dies möglich ist, werden wir versuchen, auch bestehende zivile Planungen zu berĂŒcksichtigen."

Die Umwandlung von Bundeswehrstandorten fĂŒr zivile Zwecke war in den frĂŒhen 1990er Jahren nach Ende des Kalten Kriegs begonnen worden und wurde nach Aussetzung der Wehrpflicht in den 2010er Jahren fortgesetzt.

Landkreistag: Entscheidung trifft einige Kommunen hart

Der Deutsche Landkreistag sprach von einer harten, aber nachvollziehbaren Entscheidung. "Dass die Bundeswehr angesichts der völlig verĂ€nderten Sicherheitslage nicht mehr auf die Nutzung von Kasernen und sonstigen Einrichtungen verzichten kann, ist selbstverstĂ€ndlich und Voraussetzung zur dringend erforderlichen Wiedererlangung der VerteidigungsfĂ€higkeit", sagte ein Sprecher des Landkreistags den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. NatĂŒrlich trĂ€fen diese Entscheidungen gerade solche Kommunen besonders hart, die bereits weitreichende Vorstellungen fĂŒr die Nutzung ehemaliger Bundeswehrliegenschaften haben.

Auch Christian Schuchardt, HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Deutschen StĂ€dtetags, sieht eine enorme Belastung fĂŒr die Kommunen. Er sagte der Mediengruppe Bayern: "Der jetzt vom Bund ausgesprochene Umwandlungsstopp von ehemaligen Bundeswehrstandorten ist fĂŒr die betroffenen Kommunen eine riesige Herausforderung. Denn in vielen StĂ€dten sind die Planungen schon weit fortgeschritten und es sind Kosten angefallen und VertrĂ€ge unterschrieben fĂŒr die zivile Nutzung."

Neue Sicherheitslage: Bundeswehr soll krÀftig wachsen

Wegen der Bedrohung durch Russland hatte die Nato ihre Verteidigungsplanungen geĂ€ndert. FĂŒr die Bundeswehr bedeutet dies, dass sie auf 260.000 MĂ€nner und Frauen in der stehenden Truppe aufwachsen soll - etwa 80.000 Soldaten mehr als bisher. Zudem wird Platz fĂŒr die Ausbildung von Soldaten im geplanten neuen Wehrdienst benötigt.

@ dpa.de