ROUNDUP, Breite

Breite Missbilligung des Gesundheits-Sparpakets

30.04.2026 - 06:35:04 | dpa.de

Das vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachte Sparpaket fĂŒr stabile BeitrĂ€ge bei den gesetzlichen Krankenkassen trifft auf breite Kritik.

Der Sozialverband Deutschland nannte die ReformplĂ€ne einen "Schlag ins Gesicht der Versicherten". Die geplante KĂŒrzung des Bundeszuschusses bei einer nur verzögerten Finanzierung der Gesundheitskosten von BĂŒrgergeldbeziehern sei "ein perfider Deal zulasten der Solidargemeinschaft". Zugleich trieben höhere Zuzahlungen und weitere LeistungskĂŒrzungen die finanzielle Belastung vieler Menschen weiter nach oben, sagte Verbandschefin Michaela Engelmeier.

Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will die gesetzlichen Kassen mit dem geplanten Paket 2027 um 16,3 Milliarden Euro entlasten. Das ist etwas mehr als das erwartete Defizit von 15,3 Milliarden Euro und soll erneute Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge verhindern. Kanzler Friedrich Merz (CDU) hat als Vorgabe fĂŒr die Beratungen im Bundestag formuliert, dass dieser Spar-Puffer nicht mehr kleiner werden dĂŒrfe. Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken und Pharmabranche - aber etwa auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern.

FĂŒr die Gesundheitskosten von BĂŒrgergeldbeziehern, die generell gesetzlich versichert sind, soll es mehr Steuermittel aus dem Haushalt geben - zunĂ€chst 250 Millionen Euro fĂŒr 2027, der Betrag soll in den dann kommenden Jahren erhöht werden. Zugleich soll aber der regulĂ€re Bundeszuschuss an die Kassen von jĂ€hrlich 14,5 Milliarden Euro gekĂŒrzt werden - ab 2027 auf jĂ€hrlich noch 12,5 Milliarden Euro.

ÄrzteprĂ€sident Klaus Reinhardt kritisierte: "Versicherte, Patientinnen und Patienten sowie letztlich auch die BeschĂ€ftigten im Gesundheitswesen werden zur Konsolidierung des Bundeshaushaltes herangezogen. Das ist weder seriös noch solide noch solidarisch." FĂŒr das kommende Jahr bedeutete dies ein Minus von 1,75 Milliarden Euro. Hier mĂŒsse dringend nachgebessert werden.

Auch Klaus Holetschek, Fraktionschef der CSU im Bayerischen Landtag und frĂŒherer Gesundheitsminister im Freistaat, bezeichnete es im "Focus" als "nicht akzeptabel", dass der Bundeszuschuss fĂŒr die gesetzliche Krankenversicherung um zwei Milliarden Euro gekĂŒrzt wird. Dadurch entstehe "ein neues Finanzloch" im Gesundheitssystem. Die geplanten Änderungen an der kostenlosen Familienversicherung kritisierte er ebenfalls: "Ich glaube, dass diese Frage noch nicht befriedigend gelöst ist."

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