OECD-Bericht, Deutschlands

OECD-Bericht: Deutschlands Wirtschaftswachstum bleibt schwach

23.09.2025 - 11:27:17

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland bleibt laut einer Prognose der Industriestaatenorganisation OECD schwach.

Die Organisation fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) senkte ihre Erwartung auf 0,3 Prozent - 0,1 Prozentpunkte weniger, als sie in ihrem vorherigen Wirtschaftsausblick im Juni angegeben hatten. Deutschland bildet damit im Vergleich zu anderen OECD-Nationen weiterhin die Nachhut. Erst im nĂ€chsten Jahr soll sich die Situation hierzulande bessern und die Konjunktur um 1,1 Prozent zulegen.

Die Weltwirtschaft war nach EinschĂ€tzung der OECD in der ersten HĂ€lfte dieses Jahres dagegen "widerstandsfĂ€higer als erwartet", insbesondere in SchwellenlĂ€ndern. Das angenommene globale Plus von 3,2 Prozent fĂŒr 2025 ist um 0,3 Prozentpunkte höher als in der vergangenen Prognose. Im kommenden Jahr soll das Wachstum nach wie vor bei 2,9 Prozent liegen.

Zollerhöhungen "noch nicht vollstĂ€ndig spĂŒrbar"

Die OECD warnte, dass die vollen Auswirkungen der Zollerhöhungen, die US-PrĂ€sident Donald Trump in diesem Jahr initiierte, noch nicht vollstĂ€ndig spĂŒrbar seien. Seit Mai seien die US-ZollsĂ€tze gegenĂŒber fast allen LĂ€ndern gestiegen.

In einigen LĂ€ndern sahen die OECD-Fachleute eine AbschwĂ€chung auf dem Arbeitsmarkt, mit steigenden Arbeitslosenquoten und weniger offenen Stellen im VerhĂ€ltnis zur Zahl der Arbeitslosen - so auch in Deutschland. Das deute auf eine nachlassende ArbeitskrĂ€ftenachfrage hin, so der Bericht. Deutschland gehört dem Bericht zufolge außerdem zu den LĂ€ndern mit einem RĂŒckgang der Industrieproduktion, zusammen mit etwa SĂŒdkorea und Brasilien.

Prognose mit Vorsicht zu genießen

Der Konjunkturbericht steht unter dem Vorbehalt erheblicher Risiken: Die Gefahr von Handelskonflikten etwa sei nicht gebannt, der Inflationsdruck könnte wieder steigen. Schwankende Bewertungen von Krypto-Anlagen stellen der Prognose zufolge ein Risiko fĂŒr die FinanzstabilitĂ€t dar. Auf der anderen Seite könnten der Abbau von HandelsbeschrĂ€nkungen oder der Einfluss von KI-Technologien die Wachstumsaussichten verbessern, so die EinschĂ€tzung der OECD.

@ dpa.de