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DAVOS/ ROUNDUP: Das ist von Trumps Besuch in Davos zu erwarten

Veröffentlicht am: 21.01.2026 um 06:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Grönland, Zölle, Gazastreifen: Vor seiner Reise nach Davos zum Weltwirtschaftsforum (WEF) hat US-PrĂ€sident Donald Trump die EuropĂ€er in große Aufregung versetzt.

Sie suchen eine Antwort auf seine Drohung mit Zöllen gegen Deutschland und andere LĂ€nder fĂŒr den Fall, dass DĂ€nemark die Arktisinsel Grönland nicht an die USA verkaufen sollte. Jetzt kommt Trump zur WEF-Jahrestagung in die Schweizer Berge und spricht dort auf einer WeltbĂŒhne. Das ist von seinem Besuch zu erwarten:

Druck im Grönland-Konflikt

Trump dĂŒrfte den Druck auf die EuropĂ€er weiter erhöhen, mit dem Ziel, Grönland den USA einzuverleiben. Es seien viele Treffen zur Zukunft der zu DĂ€nemark gehörenden Insel geplant, kĂŒndigte der US-PrĂ€sident Stunden vor seiner Abreise in Washington an, ohne dabei ins Detail zu gehen. "Ich denke, die Dinge werden ziemlich gut laufen." Trump gab sich auch zuversichtlich, dass eine Einigung mit Nato-Partnern möglich sei. Er denke, man werde eine Lösung finden, mit der die Nato und die USA "sehr glĂŒcklich" sein werden.

Gleichzeitig bekrĂ€ftigte Trump seine bereits mehrfach vorgebrachte Darstellung, dass die USA aus SicherheitsgrĂŒnden auf Grönland angewiesen seien. Auf die Frage, wie weit er gehen wĂŒrde, um die weltgrĂ¶ĂŸte Insel in den Besitz der USA zu bringen, antwortete der US-PrĂ€sident vor seiner Abreise: "Das werden Sie sehen."

Trump ließ zuletzt keinen Zweifel an seiner Absicht, das international auf Fassungslosigkeit stoßende Vorhaben mit allen Mitteln zu verfolgen. Als Reaktion auf die SolidaritĂ€t europĂ€ischer Nato-LĂ€nder mit DĂ€nemark und Grönland hatte er angekĂŒndigt, ab dem 1. Februar Strafzölle gegen Deutschland und andere europĂ€ische Staaten zu verhĂ€ngen, falls sie nicht einlenken und Grönland an die USA verkauft wird.

Nato

Die Positionierung des mit Abstand wichtigsten Nato-Staats zu Grönland schĂŒrt Zweifel an der ZukunftsfĂ€higkeit des BĂŒndnisses unter Trump. Schließlich attackiert hier ein Nato-Partner öffentlich den anderen und untergrĂ€bt dessen territoriale SouverĂ€nitĂ€t. Damit stellt sich auch die Frage, wie es um die Beistandspflicht und andere BĂŒndniszusagen steht, die die Nato zur mĂ€chtigsten MilitĂ€rallianz der Welt gemacht haben. Sollte der Konflikt um Grönland eskalieren, stĂŒnde all das auf dem Spiel.

Dennoch dĂŒrfte Trump auch in Davos behaupten, dass er es gewesen sei, der das Nato-BĂŒndnis gestĂ€rkt habe: Indem er den VerbĂŒndeten der USA die Daumenschrauben angelegt und sie zu höheren Verteidigungsausgaben gezwungen habe. Bislang stand Trump zwar grundsĂ€tzlich zur Nato. Allerdings nutzt er ihre AbhĂ€ngigkeit von den USA fĂŒr seine Zwecke - und macht unverhohlen klar, dass LoyalitĂ€t gegenĂŒber BĂŒndnispartnern fĂŒr ihn keine SelbstverstĂ€ndlichkeit ist: "Wenn die Nato uns nicht hat, ist die Nato nicht sehr stark."

UN und "Friedensrat"

Trumps vielbeschworenes Projekt eines "Friedensrats", zu dem er nach Angaben des Weißen Hauses fĂŒr diesen Donnerstag eine AnkĂŒndigung plant, wird in Davos fĂŒr ZĂŒndstoff sorgen. UrsprĂŒnglich war der Rat von den USA - zumindest offiziell - auf die Umsetzung des Gaza-Friedensplans zugeschnitten und sollte die Nachkriegs-Ordnung in dem weitgehend zerstörten KĂŒstengebiet am Mittelmeer ĂŒberwachen. Doch lĂ€ngst ist die Rede davon, das sich das komplett auf Trump zugeschnittene Gremium noch vieler anderer Konflikte annehmen und Ordnung im Sinne des US-PrĂ€sidenten schaffen könnte.

Dutzende LĂ€nder haben Einladungen zum Eintritt in diesen "Friedensrat" bekommen, doch wer von ihnen wirklich mitmachen wird, ist nicht nur im Falle Deutschland fraglich. Kritiker befĂŒrchten, dass das eine Konkurrenz zu den Strukturen der Vereinten Nationen entstehen könnte.

Die PrĂ€sidentin der UN-Vollversammlung, Annalena Baerbock, hĂ€lt eine neue Organisation zur Sicherung des Friedens auf der Welt fĂŒr unnötig. Es gebe ja bereits "eine internationale Organisation, deren zentrale Aufgabe und Ziel es ist, den Weltfrieden und die internationale Sicherheit zu wahren", sagte die frĂŒhere deutsche Außenministerin am Rande des Weltwirtschaftsforums der Deutschen Presse-Agentur. "Das sind die Vereinten Nationen, in denen aus sehr, sehr gutem Grund alle Staaten der Welt unabhĂ€ngig von ihrer GrĂ¶ĂŸe, ihrer wirtschaftlichen oder militĂ€rischen StĂ€rke einen Sitz und eine Stimme haben."

Trump wiederum kritisiert die Vereinten Nationen seit langem dafĂŒr, ihre Möglichkeiten nicht auszuschöpfen, ineffektiv zu sein und den Interessen der USA zuwiderzuhandeln. Die UN seien "nicht sehr hilfreich" gewesen, sagte der Republikaner vor seiner Abreise nach Davos. Er sei aber ĂŒberzeugt, dass sie weiterhin existieren sollten, weil sie ein "großartiges Potenzial" hĂ€tten, antwortete er auf die Frage, ob er mit seinem "Friedensrat" die UN ersetzen wolle. Trumps Fazit: "Ich bin ein großer Fan des Potenzials der UN, aber sie haben ihr Potenzial nie ausgeschöpft."

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