DAX 40 unter 22.000-Punkte: Abwärtswelle beschleunigt sich - SMA20 als Schlüsselwiderstand
23.03.2026 - 15:50:22 | ad-hoc-news.deDer DAX 40 hat am Montag, 23. März 2026, die Marke von 22.000 Punkten durchbrochen und notiert mittlerweile bei rund 21.935 Punkten. Dies markiert einen Verlust von über zwei Prozent zum Freitagsschluss bei 22.380 Punkten und setzt die Abwärtsbewegung der letzten Tage fort.
Stand: 23.03.2026
Dr. Lukas Hartmann, Leitender DAX-Analyst. Spezialist für technische Chartmuster und europäische Indizes.
Die Schwächephase des DAX 40 gewinnt an Dynamik. Nach dem Freitagsschluss mit nur vier steigenden Werten unter 40 Komponenten hat der Index den Handel am Montag tiefrot begonnen. Besonders betroffen sind energieintensive Titel wie E.ON mit minus 5 Prozent und Industrieaktien wie Siemens sowie MTU.
Technische Analyse: Unter der SMA20 kein Aufschwung in Sicht
Im Stundenchart ist der DAX 40 klar unter die 20-Stunden-SMA bei 22.240 Punkten gefallen. Diese Linie agiert nun als starker Widerstand. Solange der Index darunter bleibt, bleibt das kurzfristige Chartbild bärisch. Nächste Unterstützungen liegen bei 21.918, 21.833 und 21.722 Punkten.
Im 4-Stunden-Chart scheiterte ein Ausbruchsversuch am 23,6-Prozent-Retracement. Die SMA20 bei 22.780 Punkten wirkt als Obergrenze für Erholungen. Der Rückfall bis zum 50-Prozent-Retracement unterstreicht den Verkaufsdruck. Prognose: Bärisch, bis ein Durchbruch über 22.240 Punkte erfolgt.
Die Bollinger-Bänder weiten sich nach unten aus, was auf anhaltende Volatilität hinweist. Der VDAX, der Implied Volatility-Index, zeigt erhöhte Nervosität. Der RSI im Tageschart bei 27 signalisiert überverkauft, birgt aber noch kein Kaufsignal.
Marktbreite negativ: Nur wenige Gewinner im DAX 40
Die Breite des DAX 40 ist alarmierend. Am Freitag schlossen 36 von 40 Werten im Minus. Heute setzt sich dies fort, mit Verlusten bei Schwergewichten wie Siemens (-4,12 Prozent) und MTU (-4,18 Prozent). E.ON als Energieversorger fiel um über fünf Prozent.
Diese Konzentration auf Verlierer in Zyklika wie Industrie und Energie zeigt, dass der Abwärtstrend broad-based ist. Defensives wie Healthcare hält sich besser, kann den Index aber nicht stützen. Für DAX-ETFs bedeutet dies erhöhtes Risiko, da die Korrelation zu Sektorschwäche hoch ist.
Im Vergleich zum Euro Stoxx 50 underperformt der DAX 40. Der paneuropäische Index fiel um 2 Prozent auf 5.392 Punkte, doch der DAX-Verlust ist größer. Grund: Höhere Exportabhängigkeit und Sensibilität gegenüber US-Risiken wie geopolitischen Spannungen um Iran.
Fear & Greed Index bei 15: Extreme Angst als Kontraindikator?
Der Fear-and-Greed-Index steht bei 15 und signalisiert extreme Angst. Historisch folgen auf solche Extremwerte oft Gegenbewegungen. Dies könnte kurzfristige Erholungspotenziale eröffnen, auch wenn das Chartbild bärisch bleibt.
Trotzdem: Extreme Fear allein reicht nicht für einen Trendwechsel. Der DAX 40 muss technische Widerstände knacken. Long-Szenario: Stabilisierung über 21.924 Punkten mit Zielen bei 22.240 und 22.361. Short-Szenario: Bruch darunter zielt auf 21.710 bis 21.510 Punkte.
Geopolitische Trigger: Trump-Ankündigung zu Iran treibt Volatilität
Ein signifikanter Ausflug ergab sich nach einer Trump-Ankündigung zu Iran: Der DAX 40 sprang kurzzeitig um 1.300 Punkte auf 23.178, sackte dann aber ab. Dies unterstreicht die Sensibilität gegenüber US-Politik und Nahost-Risiken. Der Iran-Konflikt verhindert ein schnelles Ende der Kampfhandlungen, was Risikoaversion schürt.
Für den DAX 40 relevant: Deutsche Exporteure wie Autos und Maschinen leiden unter Unsicherheit. Der Euro fiel auf 1,1486 Dollar, was Importeure entlastet, Exporteure belastet. Keine frischen ECB-Signale, doch anhaltende Schwäche könnte Zinserwartungen beeinflussen.
Ausblick: Handelsspanne 21.708 bis 22.320 Punkte
Die Tagesprognose sieht eine Seitwärtsbewegung mit leichter Aufwärtstendenz: Bullisch 55 Prozent, bärisch 45 Prozent. Erwartete Spanne: 21.708 bis 22.320 Punkte. DAX-Futures deuten vorbörslich auf weitere Schwäche bei rund 22.000 Punkten hin.
Für Investoren in Deutschland, Österreich und der Schweiz: Der DAX 40 spiegelt die Exportabhängigkeit wider. Ein Bruch unter 21.720 Punkte würde Mehrmonatstiefs aktivieren und Druck auf ETFs erhöhen. Positionierungen sollten defensiv bleiben, mit Fokus auf Unterstützungstests.
Sektorrotation und Vergleich zu Benchmarks
In der Rotation dominieren Verluste bei Zyklika: Autos und Chemie schwach durch Exportängste. Financials und Tech halten besser, doch nicht genug für Indexstütze. Gegenüber S&P 500 underperformt der DAX 40 klar, da US-Tech resilienter ist.
Der CAC 40 und FTSE 100 zeigen ähnliche Schwäche, aber der DAX leidet stärker unter Energie- und Industrieverlusten. Dies macht den Index zu einem Barometer für europäische Risikosentiment.
PMI-Daten und Inflationserwartungen fehlen heute, doch anhaltende Schwäche könnte ECB-Druck auf Zinsen erhöhen. Bund-Renditen stabil, doch Euro-Schwäche belastet Bewertungen.
Weiterfuehrende Inhalte
Für DACH-Investoren: Beobachten Sie den Test der langfristigen Trendlinie bei 21.890 Punkten. Ein Halten dort könnte Erholung ermöglichen, ein Bruch neue Tiefs einleiten. DAX 40 aktuell bleibt risikoreich.
Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, Aktien und andere Finanzinstrumente sind volatil.
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