DAX, Aktie

DAX Aktie: 25.000 zurückerobert

01.07.2026 - 22:47:26 | boerse-global.de

Der DAX startet mit einem Plus ins zweite Halbjahr und schließt über der 25.000er-Marke, getragen von starken Einzelwerten wie Rheinmetall und SAP.

DAX zurück über 25.000 Punkte: Erholung mit Fragezeichen
DAX - Eine Nahaufnahme der Zahl '25.000' mit Finanzdiagrammen im Hintergrund, die Stabilität und einen neutralen Preistrend symbolisiert. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Nach Wochen ohne klare Richtung hat der DAX zum Start ins zweite Halbjahr wieder Boden unter den Füßen gefunden. Die Rückkehr über die 25.000-Punkte-Marke wirkt auf den ersten Blick nach Aufbruchstimmung — tatsächlich verrät der Blick unter die Motorhaube aber eine fragile Gemengelage aus Erleichterung, schwachen US-Daten und einer Sektorrotation, die viele Anleger kalt erwischt.

Der Leitindex schloss am Mittwoch mit einem Plus von 0,18 Prozent bei 25.040,28 Punkten. Der MDAX legte deutlicher zu, um 0,78 Prozent auf 32.056,64 Zähler. Zeitweise hatte der Index seine Gewinne wieder abgegeben, nachdem enttäuschende ADP-Beschäftigungsdaten aus den USA die Wall Street ins Minus schickten — nur 98.000 statt der erwarteten 122.000 neuen Stellen sorgten für Ernüchterung am Arbeitsmarkt.

Rheinmetall und SAP treiben die Erholung

Die eigentliche Geschichte des Tages spielte sich in zwei stark angeschlagenen Titeln ab. Rheinmetall sprang um sechs Prozent nach oben und setzte sich an die DAX-Spitze — bereits der dritte Tag in Folge, an dem Schnäppchenjäger nach dem herben Kursrutsch infolge des verlorenen Bundeswehr-Großauftrags zugriffen. SAP zog um 5,1 Prozent an, getragen von einer inzwischen vertrauten Rotation: Sobald Anleger bei KI-Gewinnern Kasse machen, wandert das Kapital kurzfristig in die zuletzt vernachlässigte Softwarebranche.

Genau umgekehrt lief es bei Infineon. Die Aktie büßte 4,6 Prozent ein und folgte damit Gewinnmitnahmen bei US-Chipwerten an der Nasdaq. Auch HOCHTIEF und Siemens Energy, beide zuletzt als KI-Profiteure gehandelt, gaben nach. Airbus profitierte dagegen von einer Kaufempfehlung und legte um zwei Prozent zu.

Unterstützung kam zudem von der Konjunkturfront: Der Einkaufsmanagerindex kletterte im Juni auf 50,3 Punkte und damit in die Expansionszone, während sich die Inflation in der Eurozone stärker als erwartet abschwächte. Indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha nährten zusätzlich Hoffnung auf eine Entspannung der geopolitischen Lage, die die Märkte im ersten Halbjahr belastet hatte.

Trotz des Sprungs über die runde Marke bleibt der Index in seiner seit Mitte Juni bestehenden Spanne zwischen etwa 24.550 und 25.200 Punkten gefangen. Ein nachhaltiger Ausbruch nach oben blieb bislang die Ausnahme — seit Mitte Juni gab es nur vereinzelt Schlusskurse über 25.000 Zählern. Zum Allzeithoch von 25.507,79 Punkten, aufgestellt am 13. Januar, fehlen weiterhin rund 460 Punkte. Ob der DAX diesen Abstand verkürzt, dürfte sich erst zeigen, wenn Mitte Juli die Berichtssaison der Unternehmen beginnt und neue fundamentale Signale liefert.

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