DAX, Apple

DAX: Apple schickt die Rechnung

26.06.2026 - 13:40:02 | boerse-global.de

Angekündigte Apple-Preiserhöhungen wegen gestiegener Halbleiterkosten drücken den DAX unter die 25.000-Punkte-Marke. Asiatische Börsen verzeichnen deutliche Verluste.

DAX-Rücksetzer: Apple-Preiserhöhung belastet den deutschen Leitindex
DAX - Ein stilisierter, digitaler Abakus mit leuchtenden Perlen, der auf einer minimalistischen Oberfläche Schatten wirft. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Party war kurz. Was am Donnerstag noch nach Erholung aussah, entpuppt sich am Freitagmorgen als Eintagsfliege — der DAX notiert zur Eröffnung rund 0,8 Prozent tiefer bei knapp 24.800 Punkten. Die mühsam zurückeroberte 25.000er-Marke ist schon wieder Geschichte.

Halbleiterpreise als neuer Inflationstreiber

Der Auslöser kommt aus Cupertino: Apple will Macs und iPads erstmals teurer machen — nicht wegen neuer Modelle, sondern weil gestiegene Halbleiterpreise die Kosten treiben. Das trifft den Markt an einer empfindlichen Stelle. Volkswirte sprechen bereits von "KI-Inflation", also dem Preisdruck, der aus dem massiven Ausbau von KI-Infrastruktur entsteht. Wer die KI-Party feiert, muss sie irgendwann bezahlen — und das treffen nun Konsumenten.

Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners bringt es auf den Punkt: "Die Stimmung ist gerade dabei, sich zu drehen. Die Risikoaversion nimmt zu." Hinzu kommt die Sorge vor einer strukturellen Knappheit bei Speicherchips — ein Thema, das nach den zunächst gefeierten Micron-Zahlen kurz verdrängt schien, jetzt aber mit Nachdruck zurückkehrt.

Asien gibt den Takt vor

Besonders heftig traf es die asiatischen Börsen: Der japanische Nikkei 225 verlor rund vier Prozent, der südkoreanische KOSPI knapp sechs Prozent. Beide Indizes waren bis Wochenbeginn noch auf Rekordniveau geklettert — die Gewinnmitnahmen fallen entsprechend scharf aus. Erschwerend hinzu kommt eine neue geopolitische Note: Iranische Revolutionsgarden griffen ein Frachtschiff in der Straße von Hormus an und stellten damit das jüngst geschlossene US-Iran-Abkommen auf die Probe. Der Ölpreis reagierte mit kurzfristigen Aufschlägen.

Auf Wochensicht dreht der DAX damit wieder ins Minus. Das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.508 Punkten rückt weiter in die Ferne. Am Nachmittag könnten US-Daten zum Verbrauchervertrauen der Universität Michigan noch für Bewegung sorgen — nach oben wie nach unten.

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