DAX, Doppelschlag

DAX: Doppelschlag trifft hart

07.03.2026 - 01:09:08 | boerse-global.de

Der deutsche Leitindex verliert ĂŒber sechs Prozent in einer Woche, getrieben von geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und enttĂ€uschenden US-Arbeitsmarktdaten. Die Kombination aus InflationsĂ€ngsten und Konjunktursorgen setzt die MĂ€rkte unter Druck.

DAX: Doppelschlag trifft hart - Bild: ĂŒber boerse-global.de
DAX: Doppelschlag trifft hart - Bild: ĂŒber boerse-global.de

EnttĂ€uschende US-Arbeitsmarktdaten treffen auf explodierende Ölpreise – eine toxische Mischung, die den DAX am Freitag erneut unter Druck setzt. Nach einem kurzen Erholungsversuch am Morgen rutschte der Leitindex um 0,8 Prozent auf 23.624 Punkte ab. Auf Wochensicht summiert sich das Minus damit auf ĂŒber sechs Prozent – eine der schwĂ€chsten Performances seit Monaten. Verantwortlich fĂŒr den Abverkauf: Die Furcht vor steigender Inflation bei gleichzeitig schwĂ€chelnder Konjunktur.

Ölpreis-Schock belastet europĂ€ische MĂ€rkte

Der Krieg im Nahen Osten verschĂ€rft sich dramatisch. Nach der Tötung von Irans oberstem FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen droht nun eine komplette Unterbrechung der Ölversorgung ĂŒber die strategisch wichtige Meerenge von Hormus. Die Folge: Brent-Rohöl verteuerte sich binnen einer Woche um 20 Prozent auf 87,99 Dollar je Fass – der höchste Stand seit April 2024.

Diese Entwicklung setzt die EuropĂ€ische Zentralbank massiv unter Druck. Erhoffte Zinssenkungen wĂŒrden bei dauerhaft hohen Energiepreisen vom Tisch sein. Zyklische Titel und energieintensive Branchen wurden in dieser Woche entsprechend abgestraft, wĂ€hrend RĂŒstungswerte wie Rheinmetall profitierten.

US-Arbeitsmarkt schwÀcher als erwartet

Parallel zur Energiekrise enttĂ€uschten die US-Nonfarm Payrolls. Die Arbeitslosenquote kletterte auf 4,4 Prozent – ein Signal, dass sich die amerikanische Wirtschaft abkĂŒhlt. Die Wall Street reagierte prompt: Dow Jones und S&P 500 gaben deutlich nach. Der CBOE-VolatilitĂ€tsindex stieg auf 26,6 Punkte.

Diese Kombination aus schwachem Arbeitsmarkt und steigenden Rohstoffkosten bringt die Federal Reserve in eine ZwickmĂŒhle. MĂ€rkte preisen mittlerweile eine 50-prozentige Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Zinssenkung im Juni ein – zu Tagesbeginn waren es noch 35 Prozent.

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Technisch stark ĂŒberverkauft

Der Relative-StĂ€rke-Index (RSI) des DAX liegt bei 18,5 und signalisiert damit eine starke Überverkaufssituation. Seit dem 26. Februar hat der Index knapp 2.000 Punkte verloren und notiert deutlich unter seinem 200-Tage-Durchschnitt. Die erste UnterstĂŒtzung liegt beim Tagestief vom 5. MĂ€rz bei 23.748 Punkten. Wird diese Marke nachhaltig unterschritten, droht ein Rutsch auf 23.589 Punkte.

Eine technische Erholung in Richtung 24.363 Punkte bleibt möglich, sofern die KĂ€ufer die aktuelle UnterstĂŒtzungszone verteidigen können. Allerdings dĂŒrfte die Kombination aus geopolitischen Unsicherheiten und makroökonomischen Sorgen den Spielraum fĂŒr nachhaltige Erholungen begrenzen.

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