DAX, Doppelter

DAX: Doppelter Gegenwind

21.03.2026 - 13:33:31 | boerse-global.de

Der deutsche Leitindex verzeichnet deutliche Wochenverluste durch den Iran-Konflikt und geänderte Zinserwartungen. Zyklische Werte und die Reisebranche sind besonders betroffen.

DAX: Doppelter Gegenwind - Foto: ĂĽber boerse-global.de
DAX: Doppelter Gegenwind - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Der DAX hat eine der schwierigsten Wochen des laufenden Jahres hinter sich. Zwei Belastungsfaktoren trafen zusammen: der anhaltende Iran-Krieg mit seinen Folgen für Energie- und Rohstoffmärkte — und der quartalsweise Hexensabbat an den Terminmärkten, der am Freitag für erhöhte Volatilität und zusätzlichen Verkaufsdruck sorgte.

Zum Handelsschluss am Freitag stand ein Minus von rund zwei Prozent auf 22.380 Punkte. Auf Wochensicht summieren sich die Verluste auf 4,6 Prozent. Seit Kriegsbeginn im Februar hat der Index über elf Prozent verloren — und notiert damit fast zwölf Prozent unter seinem Allzeithoch vom Januar.

Sektoren zeigen klares Bild

Die Wochenbilanz offenbart eine deutliche Umschichtung innerhalb des Index. Defensive Versorger wie Siemens Energy und RWE sowie Telekomwerte wie Deutsche Telekom hielten sich vergleichsweise gut. Zykliker und die Reisebranche hingegen litten: Lufthansa und TUI wurden von steigenden Kerosinpreisen belastet, DHL Group sackte nach einem verhaltenen Ausblick für 2026 als größter Tagesverlust um 5,4 Prozent ab.

Strukturell bleibt die Lage für die deutsche Industrie angespannt. Porsche meldete einen Gewinneinbruch von 91 Prozent, Volkswagen plant den Abbau von 50.000 Stellen bis 2030 — Gegenwind, der unabhängig vom Ölpreis besteht.

Makro und Charttechnik zeigen in dieselbe Richtung

Das gesamtwirtschaftliche Umfeld hat sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig verschlechtert. Die EZB hob ihre Inflationsprognose für 2026 auf 2,6 Prozent an — im Dezember waren es noch 1,9 Prozent — und senkte das Wachstumsziel auf 0,9 Prozent. An den Terminmärkten sind mittlerweile ein bis zwei Zinserhöhungen bis Jahresende eingepreist. Gleichzeitig bremste Fed-Chef Powell mögliche US-Zinssenkungen ab, was die Renditen weiter nach oben trieb und Aktien gegenüber Anleihen relativ unattraktiver macht.

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Der Bruch unter die 200-Tage-Linie, die aktuell bei rund 24.180 Punkten verläuft, bestätigt den laufenden Abwärtstrend charttechnisch. Als nächste Unterstützungszone gilt der Bereich um 21.800 Punkte, darunter rückt das April-Tief 2025 bei knapp 19.700 Punkten in den Blick.

Ob die Zone zwischen 22.000 und 22.400 Punkten als Boden trägt, entscheidet sich in der neuen Handelswoche. Eine nachhaltige Erholung setzt voraus, dass der Index die Marke von 23.000 Punkten zurückerobert — solange das nicht gelingt, bleibt der Abwärtstrend intakt.

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