DAX, F126-Stopp

DAX: F126-Stopp schockt Rüstungssektor

25.06.2026 - 10:41:54 | boerse-global.de

Rheinmetall stürzt nach Stopp eines Großauftrags ab und zieht den DAX ins Minus. RWE stockt Amprion-Anteil auf.

DAX-Rückgang: Rheinmetall-Einbruch belastet den Leitindex
DAX - Eine imposante Silhouette eines modernen Kriegsschiffes vor einem dramatischen, stürmischen Himmel, das Stillstand symbolisiert. 25.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Rheinmetall bricht ein, Ölpreise fallen, und die US-Wirtschaftsdaten rücken näher. Der DAX hat den Mittwoch mit einem Minus von 0,62 Prozent bei 24.740 Punkten beendet — getrieben von einem der größten Einzeltage-Einbrüche im deutschen Leitindex seit Monaten.

Rheinmetall im freien Fall

Der Auslöser war eindeutig: Verteidigungsminister Pistorius stoppte das Fregattenprojekt F126. Kostensteigerungen machten das Großprojekt politisch unhaltbar. Rheinmetall, maßgeblich an dem Auftrag beteiligt, verlor daraufhin 18,7 Prozent auf 949 Euro. Der Kursrutsch riss weitere Industriewerte mit. Das Handelsvolumen lag über dem 30-Tage-Schnitt — die Umschichtungen waren intensiv.

Der VDAX-NEW stieg um 4,2 Prozent auf 18,45 Punkte. Das zeigt: Die Nervosität unter Marktteilnehmern wuchs spürbar.

Gewinner und Verlierer im Detail

MTU Aero Engines lief gegen den Trend. Die Aktie legte rund 6 Prozent zu, gestützt durch positive Einschätzungen von JPMorgan. Ein klarer Kontrast zum Rüstungssektor.

Infineon gab 1,2 Prozent nach. Der Halbleitersektor steht vor den Quartalszahlen des US-Konkurrenten Micron unter Druck. Wie Micron abschneidet, dürfte auch Infineons weiteren Kursverlauf prägen.

Nachbörslich sorgte RWE für Bewegung. Der Konzern stockt seinen Anteil am Netzbetreiber Amprion auf 55 Prozent auf — für 3,6 Milliarden Euro. Zur Finanzierung führte RWE eine Kapitalerhöhung durch. Die Aktie verlor daraufhin rund 2,4 Prozent im nachbörslichen Handel.

Öl fällt, Dollar steigt

Ein stabilisierender Faktor am Mittwoch war der Ölmarkt. Brent-Rohöl notiert aktuell bei 72,52 USD — ein Minus von 1,65 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit März. Die Normalisierung der Ölströme durch die Straße von Hormus trägt dazu bei.

Der US-Dollar zeigt sich robust. Der Dollarindex erreichte ein 13-Monats-Hoch bei 101,8. Der Euro gibt auf 1,1325 USD nach. Die Zinsdivergenz zwischen EZB und Fed bleibt das bestimmende Makrothema — Märkte preisen für Oktober eine mögliche US-Zinserhöhung ein.

Das ifo-Institut erwartet für 2026 nur 0,8 Prozent BIP-Wachstum. Der Energiepreisschock belastet die Wirtschaft allein mit 0,4 Prozentpunkten.

Technisch auf der Kippe

Der DAX kämpft um die Unterstützungszone bei 24.700 Punkten. Der RSI liegt bei knapp 50 — weder überkauft noch überverkauft. Auf der Oberseite bleibt die 25.000-Punkte-Marke ein harter Widerstand. Mit einem YTD-Plus von 0,82 Prozent und einem Abstand von rund 3 Prozent zum 52-Wochen-Hoch bei 25.508 Punkten hält sich der Index im Jahresverlauf knapp im Plus.

Heute stehen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, die dritte Schätzung des US-BIP für Q1 und der Kern-PCE-Preisindex auf der Agenda. Letzterer ist das bevorzugte Inflationsmaß der Fed — seine Richtung wird den Ton für den weiteren Handelstag setzen. Im DAX hält die Porsche SE ihre Hauptversammlung ab.

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