Dax, Ifo-GeschÀftsklima

Dax fÀllt auf 25.330 Punkte trotz starkem Ifo-GeschÀftsklima

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 12:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der deutsche Leitindex gibt am Donnerstagmittag trotz eines ĂŒberraschend starken Ifo-GeschĂ€ftsklimas nach. Steigende Ölpreise und Belastungen fĂŒr Lieferketten stehen den verbesserten Konjunkturerwartungen gegenĂŒber.

Dax am Mittag trotz Ifo-Überraschung weiter im Minus
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax ist am Donnerstag nach einem bereits negativen Handelsstart bis zum Mittag weiter gefallen. Gegen 12:30 Uhr wurde der deutsche Leitindex mit rund 25.330 Punkten berechnet, 0,3 Prozent weniger als am vorherigen Handelstag.

Beiersdorf fĂŒhrt Gewinnerliste an

An der Spitze der Dax-Kursliste lagen Beiersdorf, die Deutsche Telekom und die Allianz. Am unteren Ende standen Infineon, Volkswagen und Rheinmetall.

Der am Vormittag veröffentlichte Ifo-GeschĂ€ftsklimaindex fĂŒr September fiel ĂŒberraschend stark aus, konnte die Aktienkurse aber nicht ins Plus drehen. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP-Bank-Gruppe, erklĂ€rte, die deutsche Wirtschaft profitiere derzeit von einer merklich gestiegenen Auslandsnachfrage.

Ökonom sieht neuen Schwung fĂŒr die Konjunktur

Zudem könnten die finanziellen Mittel der Bundesregierung fĂŒr Infrastruktur und Verteidigung positive Impulse geben. Gleichzeitig belasteten hohe Ölpreise und niedrige PegelstĂ€nde deutscher FlĂŒsse die Wirtschaft; Letztere fĂŒhrten zu Unterbrechungen in Lieferketten.

Gitzel erwartet deshalb neuen Schwung fĂŒr die Konjunktur und hĂ€lt ein BIP-Wachstum von ĂŒber einem Prozent im laufenden Jahr fĂŒr sehr wahrscheinlich. Ein selbsttragender Aufschwung könne bei steigender Produktion Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen auslösen; zusĂ€tzlichen Investitionsbedarf gebe es durch die Entwicklung kĂŒnstlicher Intelligenz.

Euro schwĂ€cher, Ölpreis steigt

Die europÀische GemeinschaftswÀhrung gab am Donnerstagmittag leicht nach. Ein Euro kostete 1,1365 US-Dollar, wÀhrend ein Dollar 0,8799 Euro wert war.

Der Ölpreis stieg unterdessen weiter. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 104,70 US-Dollar und damit 1,6 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.

Der Dax reagierte am Donnerstag trotz des ĂŒberraschend robusten Ifo-GeschĂ€ftsklimas mit AbschlĂ€gen. Das zeigt, dass Anleger die Konjunkturdaten derzeit gegen andere Marktimpulse abwĂ€gen. Besonders stark gestiegene Energiepreise können die Erholung der deutschen Unternehmen belasten und zugleich die Inflationserwartungen erhöhen.

Der Ölpreis von mehr als 104 US-Dollar je Barrel verstĂ€rkt diesen Gegenwind. FĂŒr energieintensive Unternehmen steigen dadurch die Kosten, wĂ€hrend private Haushalte und andere Firmen weniger Spielraum fĂŒr Konsum und Investitionen haben. Hinzu kommen die im Agenturbericht genannten niedrigen PegelstĂ€nde deutscher FlĂŒsse, die Transporte erschweren und Lieferketten unterbrechen können.

Konjunkturhoffnung trifft auf Marktrisiken

Positiv wirken dagegen eine höhere Auslandsnachfrage sowie zusĂ€tzliche staatliche Ausgaben fĂŒr Infrastruktur und Verteidigung. Diese Faktoren können AuftrĂ€ge, Produktion und Investitionen stĂŒtzen. Ob daraus ein lĂ€nger anhaltender Aufschwung entsteht, hĂ€ngt jedoch davon ab, wie dauerhaft die Nachfrage zunimmt und wie stark Energie- und Logistikkosten die Margen drĂŒcken.

FĂŒr Anleger bleibt damit der Gegensatz zwischen verbesserter Unternehmensstimmung und erhöhten externen Risiken entscheidend. Der Dax-Verlauf zeigt, dass ein guter FrĂŒhindikator allein nicht genĂŒgt, um steigende Kurse auszulösen. Im weiteren Tagesverlauf dĂŒrften daher vor allem die Entwicklung der Ölpreise, die Zins- und Inflationserwartungen sowie die Kursbewegungen einzelner Schwergewichte den deutschen Leitindex prĂ€gen.

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