DAX, Geopolitik

DAX: Geopolitik schlÀgt durch

20.04.2026 - 17:41:36 | boerse-global.de

Der deutsche Leitindex gibt nach, nachdem Iran die Straße von Hormus blockiert hat. Der Ölpreis steigt stark, was energieabhĂ€ngige Volkswirtschaften belastet und die Börsenunsicherheit verlĂ€ngert.

DAX: Geopolitik schlĂ€gt durch - Bild: ĂŒber boerse-global.de
DAX: Geopolitik schlĂ€gt durch - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der Freitagsoptimismus hatte kaum 48 Stunden Bestand. Zum Wochenauftakt gibt der DAX rund 1,3 Prozent nach und notiert bei etwa 24.385 Punkten — der Grund liegt nicht in Frankfurt, sondern im Persischen Golf.

Hormus-Schachspiel auf Kosten der MĂ€rkte

Iran hat die Straße von Hormus erneut gesperrt, nachdem US-StreitkrĂ€fte am Wochenende einen iranischen Frachter aufgebracht hatten, der versucht hatte, die amerikanische Seeblockade zu durchbrechen. Teheran reagierte prompt: keine Öffnung des Nadelöhrs, durch das rund ein FĂŒnftel der weltweiten Öllieferungen fließt — und vorerst auch keine neuen Verhandlungen. Die iranische FĂŒhrung sieht laut Staatsagentur Irna „keine aussichtsreiche Perspektive fĂŒr seriöse GesprĂ€che", solange die Blockade anhĂ€lt.

Das trifft die MĂ€rkte ins Mark. Brent-Rohöl klettert um mehr als fĂŒnf Prozent auf ĂŒber 95 Dollar je Barrel — eine direkte Belastung fĂŒr energieabhĂ€ngige Volkswirtschaften wie Deutschland. Reise- und Industriewerte stehen unter besonderem Druck, wĂ€hrend Ölkonzerne profitieren.

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Waffenruhe lÀuft Mittwoch ab

Pikant ist das Timing: Der bestehende Waffenstillstand endet am Mittwoch. Trump signalisierte zwar Verhandlungsbereitschaft und schickte UnterhĂ€ndler nach Islamabad — doch Iran macht eine Teilnahme von der Aufhebung der Seeblockade abhĂ€ngig. Ein klassisches Dilemma, das vorerst keine Auflösung findet.

Marktbeobachter bringen es auf den Punkt: Alles, was die Börsen am Freitag gefeiert haben, ist aktuell wieder hinfĂ€llig. Die Phase der Unsicherheit verlĂ€ngert sich, eine Normalisierung der EnergiemĂ€rkte rĂŒckt weiter in die Ferne.

Datenwoche und Berichtssaison als Gegengewicht

Abseits der Geopolitik lĂ€uft die Berichtssaison langsam an. Noch diese Woche liefern unter anderem SAP und Sartorius Quartalszahlen; aus den USA kommen Boeing und Tesla. Zudem stehen mit ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag, Einkaufsmanagerindizes am Donnerstag und dem ifo-GeschĂ€ftsklima am Freitag gleich drei marktrelevante Stimmungsindikatoren an — ein erster Stresstest dafĂŒr, ob die Unternehmen die Lage Ă€hnlich entspannt sehen wie die FinanzmĂ€rkte zuletzt.

Charttechnisch hÀlt der DAX vorerst die 200-Tage-Linie. Der AufwÀrtstrend mit steigenden Verlaufstiefs seit Ende MÀrz ist intakt, der nÀchste nennenswerte Widerstand liegt bei rund 25.184 Punkten, das Allzeithoch vom 13. Januar bei 25.508 Punkten weiterhin in weiter Ferne.

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