Dax gibt nach: 25.374 Punkte, Bundesanleihen bei 3,65 Prozent
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:50 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax hat den Wochenstart mit leichten Verlusten beendet. Zum Xetra-Handelsschluss standen 25.374 Punkte auf der Anzeigetafel im Frankfurter Börsensaal, 0,1 Prozent weniger als am Freitag.
Gesundheitswerte vorn, Rheinmetall unter Druck
Im Tagesverlauf schwankte der deutsche Leitindex deutlich, und auch bei den Einzelwerten gingen die Kursbewegungen weit auseinander. Merck, Siemens Healthineers und Fresenius Medical Care legten jeweils um rund zwei Prozent oder mehr zu.
Am stärksten gab Rheinmetall nach: Die Aktie verlor 1,6 Prozent. Auch Deutsche Telekom, Siemens Energy und Volkswagen wurden mit Abschlägen von mehr als einem Prozent gehandelt.
BASF-Vorstoß belastet Evonik nicht
Aufmerksamkeit zog der Übernahmepoker in der Chemieindustrie auf sich. Das Management von Evonik lehnte den Vorstoß von BASF für eine Fusion ab.
Die BASF-Aktie gab daraufhin 0,3 Prozent nach. Evonik legte dagegen um 1,4 Prozent zu.
Bundrenditen steigen auf 3,65 Prozent
Der Aufwärtstrend bei den Anleiherenditen setzte sich fort. Für zehnjährige Bundesanleihen werden inzwischen 3,65 Prozent fällig – so viel wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr.
Als möglicher Hintergrund gilt der weiter steigende Ölpreis. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete am Montagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 107,50 US-Dollar und damit 3,1 Prozent mehr als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Euro gibt leicht nach
Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Montagnachmittag etwas schwächer. Ein Euro kostete 1,1368 US-Dollar, während ein Dollar für 0,8797 Euro zu haben war.
Der Handelstag zeigt ein Spannungsfeld an den europäischen Finanzmärkten: Der Dax behauptete sich trotz eines deutlich höheren Ölpreises, während die Renditen deutscher Staatsanleihen weiter stiegen. Für Anleger bedeutet eine höhere Rendite zehnjähriger Bundesanleihen, dass sichere Zinsanlagen attraktiver werden. Das kann Aktienbewertungen unter Druck setzen, weil künftige Unternehmensgewinne mit einem höheren Zinssatz abgezinst werden.
Der Ölpreisanstieg erhöht zugleich die Kosten für Unternehmen und private Haushalte. Besonders energieintensive Branchen müssen mit höheren Ausgaben rechnen; bei Verbrauchern kann teureres Rohöl über Kraftstoff- und Transportkosten die Kaufkraft belasten. Steigende Energiepreise erschweren zudem den Kampf gegen die Inflation, weil sie den Preisauftrieb unmittelbar verstärken können.
Signale aus den Einzelwerten
Die breite Bewegung im Dax verdeckt große Unterschiede zwischen den Unternehmen. Kursgewinne bei Gesundheits- und Life-Science-Werten standen deutlichen Abschlägen bei Rheinmetall, Deutscher Telekom, Siemens Energy und Volkswagen gegenüber. Der Streit über eine mögliche Verbindung von BASF und Evonik lenkte zusätzliche Aufmerksamkeit auf die laufende Neuordnung der europäischen Chemieindustrie.
Für die weitere Marktentwicklung bleiben deshalb vor allem drei Faktoren entscheidend: die Entwicklung des Ölpreises, die Reaktion der Anleiherenditen und die Erwartungen an die Unternehmensgewinne. Eine anhaltend hohe Verzinsung am Kapitalmarkt könnte die Finanzierung verteuern und die Bewertung zinssensitiver Aktien belasten, während einzelne Branchen von spezifischen Unternehmensnachrichten geprägt bleiben.
