Dax startet bei 25.370 Punkten leicht im Minus
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 09:30 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Donnerstag mit leichten Verlusten in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.370 Punkten berechnet und lag damit 0,2 Prozent unter dem Schlussniveau des Vortags.
Autowerte unter Druck
An der Spitze der Kursliste standen Zalando, Henkel und MTU. Am Ende rangierten BMW, Rheinmetall und Volkswagen.
Consorsbank-Chefmarktanalyst Jochen Stanzl führte die Schwäche auf politische Unsicherheit und den Nachhall der Gewinnwarnung von Volkswagen zurück. Die Volkswagen-Aktie verliere auf Wochensicht 10 Prozent und ziehe den Autosektor im Dax mit nach unten, sagte Stanzl.
Dax bewegt sich in tieferer Handelsspanne
Nach Einschätzung des Analysten könnte der Dax zwischen 25.800 und 25.300 Punkten eine neue, tiefer liegende Handelsspanne etabliert haben. Zugleich bestehe das Risiko, dass die seit zehn Handelstagen andauernde Seitwärtsphase nur eine Pause vor weiteren Verlusten sei.
US-Renditen erreichen hohe Niveaus
Zusätzlichen Gegenwind sieht Stanzl an den weltweiten Anleihemärkten. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen erreichte demnach ein neues 19-Jahres-Hoch, während die Rendite fünfjähriger US-Anleihen erstmals seit 2007 über fünf Prozent lag.
Als stabilisierendes Signal wertete der Analyst den geringeren Renditeabstand zwischen lang- und kurzfristigen Anleihen. Die Abflachung der Renditekurve zeige, dass der Markt an die Wirksamkeit der Inflationsbekämpfung der US-Notenbank glaube und die Renditeanstiege geordneter verliefen als noch vor zwei oder drei Wochen.
Der Dax steht nach dem schwächeren Handelsstart zwischen mehreren Belastungsfaktoren. Die Gewinnwarnung von Volkswagen wirkt über den einzelnen Konzern hinaus, weil der Autobauer mit seiner hohen Gewichtung im Leitindex und seiner Bedeutung für die deutsche Industrie als Signal für die Ertragslage der Branche gilt.
Volkswagen hatte die operative Umsatzrendite für 2026 auf bis zu 1 Prozent gesenkt; zugleich wurden Sondereffekte von rund 10 Milliarden Euro genannt. Die Aktie verlor nach der Ankündigung 5,6 Prozent. Damit verstärkt sich der Druck auf einen Sektor, der bereits mit hohen Transformationskosten, schwächerem China-Geschäft und dem Übergang zur Elektromobilität kämpft.
Zinsen bleiben zentraler Börsenfaktor
Zusätzlichen Gegenwind liefern steigende Anleiherenditen. Höhere Renditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und erhöhen zugleich den Diskontierungszins für künftige Unternehmensgewinne. Das belastet besonders hoch bewertete Aktien, auch wenn eine weniger steile Renditekurve als Zeichen einer geordneten Zinsbewegung interpretiert werden kann.
Am Vortag hatte der Dax 0,7 Prozent auf 25.411 Punkte verloren. Als weiterer Einflussfaktor stiegen die Ölpreise erneut über 100 Dollar je Barrel, nachdem Hoffnungen auf eine Entspannung am Energiemarkt nachgelassen hatten. Für Anleger bleibt damit entscheidend, ob Unternehmensnachrichten, Zinsen und geopolitische Risiken den Index weiter in der Handelsspanne zwischen 25.300 und 25.800 Punkten halten oder einen neuen Richtungsimpuls auslösen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
FOCUS online: „VW-Gewinnwarnung: Milliardenbelastungen und Stellenabbau“ (22.09.2026)
Der Beitrag bestätigt den Druck durch die Volkswagen-Gewinnwarnung und nennt die abgesenkte operative Umsatzrendite von bis zu 1 Prozent sowie Belastungen von rund 10 Milliarden Euro. Der Schwerpunkt liegt auf möglichen Folgen für Porsche, Beschäftigte und die deutsche Autoindustrie und geht damit über die unmittelbare Kursreaktion hinaus.
tagesschau.de: „Marktbericht: DAX baut Verluste aus“ (23.09.2026)
Der Marktbericht ordnet den Dax-Rückgang vor allem über steigende Ölpreise und die angespannte Lage am Persischen Golf ein. Damit ergänzt er den Fokus auf Volkswagen und Anleiherenditen um Energie- und geopolitische Risiken; übereinstimmend wird eine ausgeprägte Orientierungslosigkeit am deutschen Aktienmarkt beschrieben.
Die Beiträge verbinden die Dax-Schwäche mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Volkswagen steht für den strukturellen Druck der Autoindustrie, während Ölpreise und geopolitische Risiken die kurzfristige Marktstimmung prägen. Offen bleibt, welcher dieser Faktoren den weiteren Kursverlauf dominieren wird.
