Dax steigt 0,7 Prozent auf rund 25.440 Punkte
Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 09:32 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Freitag freundlich in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.440 Punkten berechnet, das waren 0,7 Prozent mehr als beim Schlussstand des Vortags.
Ölpreise geben dem Markt vorübergehend Halt
„Wir sehen heute Morgen, dass die Anleihen sich etwas stabilisieren, weil die Ölpreise zurückkommen“, sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Er bezeichnete die Entwicklung als Momentaufnahme, die sich schnell ändern könne, und erwartet für den Dax zunächst eine Stabilisierung innerhalb einer Handelsspanne, die gut fünf Prozent unter dem Rekordhoch liegt.
Der Euro war am Freitagmorgen etwas stärker und kostete 1,1380 US-Dollar. Ein Dollar entsprach 0,8787 Euro.
Schwächerer Euro unterstützt Exporteure
Stanzl verwies auf die Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar um gut zweieinhalb Cent binnen zweieinhalb Wochen. Das helfe dem deutschen Export, zudem hätten sich die deutschen Konjunkturprognosen aufgehellt. Im Vergleich zu den großen Aktienindizes an der Wall Street bleibe der Dax dennoch zurück.
Warnzeichen an der Wall Street
Nach Einschätzung des Analysten wird das Fundament der jüngsten Aktienrally auch an der Wall Street instabiler. Der KI-Trade habe mit AMD zwar ein neues Aushängeschild, doch nur noch 30 Prozent der Aktien im S&P 500 notierten über ihrer 50-Tage-Linie. Beim Rekordhoch des S&P 500 am Montag hätten zudem nur sieben Aktien gleichzeitig neue Rekorde erreicht, während viermal so viele Titel neue Jahrestiefs markiert hätten.
Mit Blick auf den Präsidentschaftszyklus verwies Stanzl auf eine im Durchschnitt erwartbare Korrektur vor den Zwischenwahlen. Nach den Wahlen lasse die politische Unsicherheit gewöhnlich nach; die zwölf Monate danach gehörten historisch im Durchschnitt zu den stärkeren Phasen des Vierjahreszyklus.
Gold und Ölpreis geben leicht nach
Der Goldpreis sank am Morgen um 0,2 Prozent auf 4.274 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach 120,75 Euro pro Gramm.
Auch der Ölpreis gab nach: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 105,90 US-Dollar. Das waren 66 Cent oder 0,6 Prozent weniger als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der freundliche Handelsstart ordnet sich in eine Phase erhöhter Empfindlichkeit an den internationalen Finanzmärkten ein. Sinkende Ölpreise können den Druck auf Anleiherenditen und Inflationserwartungen vorübergehend mindern, weil Energie ein wichtiger Kostenfaktor für Unternehmen und private Haushalte ist. Für Aktienmärkte verbessert das grundsätzlich die Stimmung, verändert aber nicht automatisch die geldpolitischen Rahmenbedingungen.
Beim Dax trifft diese kurzfristige Entlastung auf eine bereits anspruchsvolle Bewertungslage. Der Leitindex liegt laut der vorliegenden Einschätzung weiterhin rund fünf Prozent unter seinem Rekordhoch. Zugleich profitiert die exportorientierte deutsche Wirtschaft von einem schwächeren Euro, während sich die Konjunkturaussichten aufgehellt haben. Das stützt insbesondere international tätige Unternehmen, macht den Markt aber nicht unabhängig von der Entwicklung an Wall Street und bei den Zinsen.
Marktbreite als Warnsignal
Die von Jochen Stanzl angeführten Daten zur Marktbreite verweisen auf eine schmaler werdende Rally an den US-Börsen. Wenn nur noch ein kleinerer Anteil der Aktien über wichtigen kurzfristigen Durchschnittslinien notiert, tragen weniger Unternehmen den Gesamtmarkt. Das kann auf nachlassende Dynamik hindeuten, auch wenn große Technologieunternehmen weiterhin hohe Indexstände ermöglichen.
Für Anleger in Deutschland bleibt damit die Kombination aus Ölpreis, Wechselkurs, Anleiherenditen und US-Technologiewerten entscheidend. Der Hinweis auf den US-Präsidentschaftszyklus beschreibt zudem ein saisonales Muster, ist aber keine konkrete Prognose für den weiteren Dax-Verlauf. Kurzfristig steht daher die Stabilisierung im Vordergrund; neue Impulse können vor allem von Energiepreisen, Konjunkturdaten und geldpolitischen Signalen kommen.
