Dax, Euroraum-Inflation

Dax steigt auf 25.145 Punkte trotz höherer Euroraum-Inflation

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 12:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der deutsche Leitindex verteidigt zur Wochenmitte die Marke von 25.000 Punkten. Fallende Brent-Notierungen stĂŒtzen die Kurse, wĂ€hrend die höhere Inflation im Euroraum die Zins- und Kostenrisiken sichtbar hĂ€lt.

Dax am Mittag trotz gestiegener Euroraum-Inflation freundlich
Frankfurter Börse - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Dax ist am Freitag nach einem positiven Handelsstart bis zum Mittag weiter gestiegen. Gegen 12:30 Uhr lag der Leitindex bei rund 25.145 Punkten und damit 0,8 Prozent ĂŒber dem Schlussstand des Vortags.

Ölpreise stĂŒtzen den Aktienmarkt

Als wichtigsten Impuls nannte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, die rĂŒcklĂ€ufigen Rohölpreise. Dadurch habe der Dax vorerst das psychologisch wichtige Niveau von 25.000 Punkten verteidigt.

Der Brent-Preis sank gegen Mittag um 2,6 Prozent auf 99,70 US-Dollar je Barrel. Marktteilnehmer richteten ihre Aufmerksamkeit dabei auf Überlegungen europĂ€ischer Staaten, staatliche Diesel- und Ölreserven aufzulösen.

Inflation im Euroraum steigt

Die vorlĂ€ufige Eurostat-SchĂ€tzung wies fĂŒr September eine Inflationsrate von 3,8 Prozent aus. Im August hatte sie bei 3,2 Prozent gelegen; die Markterwartungen lagen bei 3,7 Prozent.

Haupttreiber waren die Energiepreise, die um 18,8 Prozent zulegten. Die Kerninflation, bei der Energie und andere besonders schwankungsanfÀllige Komponenten herausgerechnet werden, stieg wie erwartet auf 2,5 Prozent.

Euro und Gold geben leicht nach

Der Euro notierte am Freitagnachmittag schwÀcher bei 1,1234 US-Dollar. Ein Dollar entsprach damit 0,8902 Euro.

Auch der Goldpreis gab leicht nach. Eine Feinunze kostete 4.173 US-Dollar, 0,1 Prozent weniger als am Vortag; umgerechnet entsprach das 119,43 Euro je Gramm.

Der Dax-Anstieg steht am Freitag in einem Spannungsfeld: Einerseits belastet die vorlĂ€ufige Inflationsrate im Euroraum von 3,8 Prozent die Aussicht auf eine rasche geldpolitische Entlastung. Andererseits richten die Anleger ihren Blick auf den Ölmarkt, dessen Entspannung kurzfristig die Sorge vor weiter steigenden Kosten dĂ€mpft.

Die Energiepreise bleiben der zentrale Übertragungskanal. In Deutschland lag die Inflationsrate im September bei 3,3 Prozent, wĂ€hrend sich Energie gegenĂŒber dem Vorjahresmonat um 14,9 Prozent verteuerte. Sinkende Rohölnotierungen können die Gesamtinflation vergleichsweise schnell bremsen, wirken aber zunĂ€chst vor allem auf die direkt energieabhĂ€ngigen Preise.

Ölmarkt bleibt entscheidend

Die internationale Versorgung hat sich zuletzt teilweise stabilisiert, ist aber anfĂ€llig fĂŒr neue Störungen. Exporte aus den Golfstaaten erreichen wieder annĂ€hernd das frĂŒhere Niveau, zugleich bleiben Transportwege, RaffineriekapazitĂ€ten und Dieselversorgung angespannt. Ein niedrigerer Brent-Preis ist deshalb keine Garantie fĂŒr sofort sinkende Verbraucherpreise.

FĂŒr die Börse bedeutet das: Der Dax profitiert kurzfristig von fallenden Energiepreisen, wĂ€hrend die hohe Inflation den Blick auf Zinsen und Unternehmenskosten lenkt. Besonders wichtig bleibt, ob die Kerninflation und die Preisentwicklung bei Dienstleistungen nachgeben. Eine nachhaltige Entlastung der AktienmĂ€rkte wĂŒrde dadurch wahrscheinlicher, ist aus dem aktuellen Ölpreis allein aber nicht abzuleiten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Euronews: „EU-Energiekommissar: Freigabe strategischer Reserven bei Dieselmangel möglich“ (01.10.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt den Zusammenhang zwischen angespannter Dieselversorgung, Ölpreisen und staatlichen Reserven. Im Mittelpunkt steht die mögliche koordinierte Freigabe ĂŒber die Internationale Energieagentur; zugleich wird betont, dass die Entscheidung letztlich bei den einzelnen Mitgliedstaaten liegt.

FOCUS online: „Exporte auf Vor-Kriegs-Niveau – warum Irans Krise jetzt zum Problem fĂŒr alle wird“ (02.10.2026)

FOCUS online setzt einen anderen Schwerpunkt und beschreibt die Erholung der Ölexporte aus der Golfregion sowie die verĂ€nderten Transportwege. Der Artikel verweist zugleich auf anhaltende Risiken bei Raffinerien, Dieselhandel und geopolitischer StabilitĂ€t.

Beide BeitrĂ€ge verbinden die Ölpreisentwicklung mit der Energieversorgung Europas. Unterschiede bestehen beim Fokus: WĂ€hrend Euronews politische Reservemaßnahmen betrachtet, richtet FOCUS online den Blick stĂ€rker auf Marktlogistik und die mögliche Wirkung auf Inflation und Verbraucherpreise.

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