Dax steigt um 0,5 Prozent auf rund 25.220 Punkte
Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 09:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSRWE fĂŒhrt die Gewinnerliste an
- Der Dax wurde gegen 9:30 Uhr mit rund 25.220 Punkten berechnet.
- RWE, Commerzbank und Volkswagen lagen an der Spitze der Kursliste.
- Infineon, Brenntag und BASF rangierten am Ende des Index.
Der Dax ist am Montag mit Kursgewinnen in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr lag der Leitindex rund 0,5 Prozent ĂŒber dem Schlussniveau vom Freitag.
Energiepreise geben dem Markt RĂŒckenwind
Als GrĂŒnde fĂŒr die freundliche Eröffnung gelten sinkende Energiepreise und eine Entspannung im Handelsstreit zwischen der EuropĂ€ischen Union und China. Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets, verwies zudem auf die Aussicht auf russische Diesellieferungen in die USA.
Das könne den Druck auf die internationalen EnergiemÀrkte etwas verringern. Politisch bleibe die Entwicklung jedoch brisant, weil sie auch die KrÀfteverhÀltnisse im Ukraine-Krieg verÀndern könne.
Nahost bleibt ein Belastungsfaktor
Gleichzeitig bleibt die Lage im Nahen Osten angespannt. Lipkow zufolge ist die Entlastung bei den Energiepreisen fĂŒr die AktienmĂ€rkte derzeit wichtiger als manche positive Konjunkturzahl.
Niedrigere Energiekosten könnten den Inflationsdruck mindern und damit die Notenbanken sowie die Anleiherenditen entlasten. FĂŒr die zahlreichen ĂŒbrigen Belastungsfaktoren bedeute der PreisrĂŒckgang allerdings noch keine Entwarnung.
US-Berichtssaison richtet den Blick nach vorn
Der Handel dĂŒrfte mangels wichtiger Konjunkturdaten und wegen eingeschrĂ€nkter AktivitĂ€t an den US-MĂ€rkten zunĂ€chst ruhig verlaufen. Nach EinschĂ€tzung des Analysten könnte diese Ruhe jedoch trĂŒgerisch sein.
Mit dem offiziellen Beginn der US-Berichtssaison steht den Anlegern eine möglicherweise bewegte Woche bevor. Vor allem die groĂen Banken mĂŒssen zeigen, ob ihre GeschĂ€ftsentwicklung die hohen Erwartungen der Börse rechtfertigt.
Der freundliche Dax-Start steht im Spannungsfeld zwischen kurzfristiger Entlastung und weiterhin hohen politischen Risiken. Sinkende Energiepreise wirken ĂŒber mehrere KanĂ€le auf AktienmĂ€rkte: Sie können den Inflationsdruck mindern, die Gewinnmargen energieintensiver Unternehmen stĂŒtzen und den Spielraum der Notenbanken erhöhen. Damit sinkt zugleich der Druck auf Anleiherenditen, die bei der Bewertung von Aktien eine wichtige Rolle spielen.
Die Entspannung zwischen der EuropĂ€ischen Union und China ist fĂŒr deutsche Unternehmen besonders relevant, weil der AuĂenhandel und die Automobilindustrie stark von globalen Lieferketten und AbsatzmĂ€rkten abhĂ€ngen. Eine Einigung bei Hybridfahrzeugen entschĂ€rft den Konflikt zunĂ€chst, löst aber weder das strukturelle Handelsdefizit der EU noch die Auseinandersetzungen ĂŒber Subventionen, Marktzugang und Technologielieferungen.
Berichtssaison als nÀchster Impuls
Der Blick richtet sich nun auf die US-Berichtssaison. Ergebnisse groĂer Banken liefern frĂŒh Hinweise auf Kreditnachfrage, KapitalmarktgeschĂ€ft und die WiderstandsfĂ€higkeit der Unternehmen gegenĂŒber hohen Finanzierungskosten. FĂŒr Anleger zĂ€hlt dabei nicht nur, ob die Gewinne steigen, sondern auch, ob die Ausblicke die bereits eingepreisten Erwartungen rechtfertigen.
Der Dax kann deshalb zunĂ€chst von Energie- und Handelsnachrichten profitieren, bleibt aber anfĂ€llig fĂŒr neue Bewegungen bei Rohstoffen, Zinsen und geopolitischen Risiken. Die geringe Zahl wichtiger Konjunkturdaten am Montag kann die Kurse beruhigen, erhöht zugleich aber die Bedeutung einzelner Unternehmensmeldungen und politischer Signale.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
tagesschau: âWeniger Hybridfahrzeug-Exporte EU und China wenden Eskalation vorerst abâ (10.10.2026)
Der Beitrag bestÀtigt die vorlÀufige Entspannung im Handelsstreit und beschreibt die Einigung als Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte. Anders als die dts-Meldung legt er den Schwerpunkt auf die begrenzte Tragweite des Kompromisses und die anstehenden weiteren Verhandlungen.
Der Artikel ordnet die erwarteten russischen Diesellieferungen als mengenmĂ€Ăig begrenzten Marktfaktor ein und betont die politischen Folgen fĂŒr die Sanktionen gegen Russland. Damit ergĂ€nzt er die im Dax-Ausblick genannte Entlastung bei Energiepreisen um eine kritische Betrachtung ihrer Nachhaltigkeit.
Gemeinsam ist den BeitrÀgen die EinschÀtzung, dass Energie- und Handelsnachrichten kurzfristig entlasten können, strukturelle Risiken aber bestehen bleiben. Offen sind die weitere Entwicklung der EU-China-Verhandlungen und die tatsÀchliche Wirkung zusÀtzlicher Dieselangebote auf den Weltmarkt.

