Dax steigt um 0,6 Prozent trotz Einbruch der IndustrieauftrÀge
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 09:33 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Dax ist am Dienstagmorgen positiv in den Handelstag gestartet. Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 25.415 Punkten berechnet, 0,6 Prozent ĂŒber dem Schlussniveau vom Vortag.
Technologiesektor liefert RĂŒckenwind
Der deutsche Leitindex folgte damit zunÀchst den positiven Vorgaben aus dem Technologiesektor. An der Wall Street hatte der Nasdaq 100 ein neues Rekordhoch erreicht, auch technologielastige Börsen in Asien legten zu.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, verwies auf den Wettbewerb zwischen KI- und Halbleiterunternehmen mit hohen Bewertungen sowie Staatsanleihen mit zunehmend attraktiven Renditen. Renditen von mehr als fĂŒnf Prozent bei zehnjĂ€hrigen Staatsanleihen wĂŒrden fĂŒr viele Investoren zu einer echten Anlagealternative.
IndustrieauftrÀge brechen ein
Belastend wirkten zum Handelsstart die deutschen AuftragseingÀnge. Die Bestellungen der Industrie brachen um 10,6 Prozent ein und damit deutlich stÀrker als erwartet.
Verantwortlich waren vor allem deutlich rĂŒcklĂ€ufige GroĂauftrĂ€ge aus Bereichen wie RĂŒstung, Schiffbau und Flugzeugbau. Die Anleger nahmen die schwachen Daten zunĂ€chst lediglich zur Kenntnis.
Euro, Gold und Ăl geben nach
Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung notierte am Dienstagmorgen etwas schwĂ€cher. Ein Euro kostete 1,1217 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8915 Euro zu haben.
Der Goldpreis gab leicht nach: FĂŒr eine Feinunze wurden 4.137 US-Dollar gezahlt, 0,1 Prozent weniger als am Vortag. Der Ălpreis sank ebenfalls; ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 99,62 US-Dollar und damit 70 Cent beziehungsweise 0,7 Prozent weniger als zum Schluss des vorherigen Handelstags.
Der Handelsauftakt verbindet zwei gegenlĂ€ufige Signale fĂŒr den deutschen Aktienmarkt: Technologiewerte profitieren von der anhaltenden Nachfrage nach KĂŒnstlicher Intelligenz, wĂ€hrend steigende Anleiherenditen die Bewertung von Aktien zunehmend herausfordern. Höhere Renditen machen festverzinsliche Anlagen attraktiver und erhöhen zugleich den Abzinsungsfaktor fĂŒr kĂŒnftige Unternehmensgewinne.
FĂŒr den Dax kommt hinzu, dass die deutsche Industrie weiterhin kein einheitliches Bild liefert. Zuvor veröffentlichte Daten zeigten zwar einen Anstieg der DienstleistungsaktivitĂ€t im September, zugleich gingen die Bestellungen im Maschinen- und Anlagenbau im August zurĂŒck. Der Branchenverband verwies dabei auf den Einfluss fehlender GroĂauftrĂ€ge; fĂŒr die ersten acht Monate stand dennoch ein Auftragsplus zu Buche.
Technologie gegen Konjunktursorgen
Die aktuelle Marktbewegung zeigt damit die unterschiedliche Gewichtung der Anleger: Internationale Technologievorgaben können kurzfristig schwache deutsche Konjunkturdaten ĂŒberlagern. FĂŒr die weitere Entwicklung bleiben jedoch die Renditen am Anleihemarkt, die Energiepreise, der Eurokurs und neue Daten zur Industrie entscheidend. Ein dauerhaft höheres Zinsniveau wĂŒrde den Spielraum fĂŒr weitere Bewertungsanstiege bei wachstumsorientierten Aktien begrenzen.
Auch die Rohstoff- und DevisenmĂ€rkte verstĂ€rken die Unsicherheit. Ein Ălpreis nahe 100 Dollar je Barrel belastet die Kostenperspektiven vieler Unternehmen und kann den Inflationsdruck erhöhen, wĂ€hrend ein schwĂ€cherer Euro exportorientierten Firmen helfen, Importe aber verteuern kann. Der Dax-Start fĂ€llt damit in ein Umfeld, in dem positive Impulse aus dem Technologiesektor und Belastungen durch Zinsen und Konjunktur unmittelbar aufeinandertreffen.
