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DeFi Technologies Aktie: Wattenström rechtfertigt 84-Prozent-Sturz

Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 04:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

DeFi Technologies-Chef nennt Ursachen für 84% Kursverlust und kündigt Gegenmaßnahmen wie Kostensenkungen und KI-Ausbau an.

DeFi Technologies CEO bricht Schweigen zu Aktienverlusten
Abstrakte Darstellung eines volatilen Finanzmarktes mit digitalen Lichteffekten und einer spannungsgeladenen Atmosphäre. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Aktienkurs, der binnen zwölf Monaten über 84 Prozent verloren hat. Ein CEO, der sich erstmals öffentlich dazu äußert. DeFi Technologies steckt mitten in einem Vertrauenstest, und Johan Wattenström versucht ihn mit einem offenen Brief zu bestehen.

Am 27. Juli wandte sich der Executive Chairman und CEO des Krypto-Vermögensverwalters an die Aktionäre. Sein Thema: der anhaltende Kursverfall inmitten eines schwachen Kryptomarktes. Wattenström nannte drei Ursachen. Schwache Altcoin-Märkte, eine Sektorrotation weg von Krypto-Aktien und technische Nachwirkungen einer früheren Kapitalerhöhung.

Der Brief kam zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Aktie hatte innerhalb eines Monats rund 23 Prozent verloren. Kurz zuvor war zudem ein Rückschlag bekannt geworden: Die schwedische Finanzaufsicht FSA hatte die geplante UCITS-Struktur für krypto-bezogene Vermögenswerte abgelehnt.

Der Vergleich mit der Krise 2022/2023

Wattenström zieht eine klare Trennlinie zur letzten großen Krypto-Baisse. Das Unternehmen stehe heute deutlich besser da als während des Abschwungs 2022 und 2023. Als Belege nennt er einen Rekordumsatz und Rekordgewinn für 2025, liquide Mittel von rund 150 Millionen Dollar im ersten Quartal sowie eine praktisch schuldenfreie Bilanz. Hinzu kommt eine breitere Aufstellung über die Sparten Valour und Stillman Digital.

Den Rückschlag bei der schwedischen Aufsicht spricht der CEO direkt an. Das Unternehmen habe gegen die FSA-Entscheidung Widerspruch eingelegt und baue die UCITS-Infrastruktur nun an anderer Stelle in der EU auf. Parallel dazu will DeFi Technologies "sehr bald" seinen ersten Hedgefonds starten und die Arbitrage-Strategien in der zweiten Jahreshälfte ausweiten.

Kostensenkung, KI und ein Sicherheitsnetz

Das Management kündigt ein ganzes Bündel an Maßnahmen an. Dazu zählen laufende Kostensenkungen, der Ausbau der Custody-Plattform Valour und Wachstum bei Stillman Digital. Das Unternehmen sucht zudem aktiv nach größeren Übernahmezielen.

Ein weiterer Baustein ist Künstliche Intelligenz. DeFi Technologies integriert KI stärker in seine Handelsalgorithmen und den täglichen Betrieb, geplant sind zudem KI-gestützte Investmentprodukte. Das Unternehmen will die aktuelle Marktflaute nutzen, um seine Plattform zu optimieren und größere Deals vorzubereiten.

Als Rückfalloption für den Fall anhaltenden Kursdrucks nennt das Management einen möglichen Aktienzusammenlegung. Ziel wäre es, die Nasdaq-Notierung zu sichern. Operativ verweist das Management auf anhaltende Nettozuflüsse in die Valour-ETPs seit Jahresbeginn als Zeichen struktureller Stärke.

Analysten bleiben zurückhaltend

Trotz der Zuversicht des CEO fällt das Analystenurteil gemischt aus. Die jüngste Einstufung lautet "Kaufen" mit einem Kursziel von 1,00 kanadischen Dollar. TipRanks' KI-Analyst Spark stuft die Aktie dagegen neutral ein und begründet dies mit schwacher Cash-Generierung und rückläufigem Umsatz auf Zwölfmonatsbasis, trotz starker ausgewiesener Profitabilität.

Charttechnisch angeschlagen

Nach der jüngsten Erholung notiert die Aktie bei 0,3866 Euro, ein Plus von 7,45 Prozent innerhalb einer Woche. Der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 2,46 Euro bleibt mit 84 Prozent enorm. Der RSI von 41,2 zeigt weder eine überverkaufte Lage noch klare Aufwärtsdynamik – die Aktie bewegt sich charttechnisch in einer Grauzone.

Ob sich der Wochengewinn als Trendwende oder nur als kurze Gegenbewegung erweist, hängt an konkreten Ereignissen. Investoren dürften vor allem auf drei Dinge achten: den Ausgang des UCITS-Widerspruchs, den Start des angekündigten Hedgefonds und erste sichtbare Fortschritte bei den geplanten Übernahmen.

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