Demos in Spanien fĂŒr Ceuta und gegen SĂĄnchez
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 06:35 Uhr | dpa, AD HOC NEWSTeilnehmer und Redner warfen der Zentralregierung von MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez eine Beschwichtigungspolitik gegenĂŒber Marokko und mangelnde Hilfe fĂŒr Ceuta vor. Zwar beansprucht Marokko Ceuta ebenso wie die andere spanische Nordafrika-Exklave Melilla schon lange fĂŒr sich, macht in dieser Frage aber derzeit keinen besonders groĂen Druck.
Die Nationalpolizei trieb am spĂ€ten Abend laut einem Bericht von "El PaĂs" extremistische Gruppierungen, die sich in der Umgebung des Abgeordnetenhauses in Madrid aufhielten, mit TrĂ€nengas und Gummigeschossen auseinander. Vier Demonstranten, darunter zwei MinderjĂ€hrige, wurden demnach wegen Unruhe und Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen. Zudem seien vier Polizisten verletzt worden.
OppositionsfĂŒhrer greift Regierung scharf an
Der spanische OppositionsfĂŒhrer Alberto NĂșñez FeijĂło von der konservativen Volkspartei sprach von einer "Invasion" durch Migranten, hinter der Marokko stecke. Er bezichtigte SĂĄnchez und dessen Regierung der LĂŒge. Sie hĂ€tten behauptet, es habe keine Warnung vor der Migrationskrise gegeben und Marokko habe dazu auch nicht angestiftet. Beides sei nicht wahr.
In Ceuta forderten Tausende Menschen unter einem Meer spanischer Flaggen eine RĂŒckkehr zur NormalitĂ€t und den Verbleib der Exklave bei Spanien. "Ceuta verkauft sich nicht, Ceuta ergibt sich nicht", stand auf Transparenten.
Am 30. und 31. Juli waren nach Regierungsangaben mindestens 72.000 Migranten nach Ceuta geströmt. Einen Monat spĂ€ter waren noch immer etwa 5.000 von ihnen in der Exklave. Sie campierten zum Teil auf StraĂen und StrĂ€nden, was fĂŒr die 83.000 Einheimischen eine groĂe Belastung darstellt. Immer wieder kommt es zu Demonstrationen und teilweise auch zu gewalttĂ€tigen Ăbergriffen auf Migranten und privaten Hilfsorganisationen.
Spanien darf die Migranten aus rechtlichen GrĂŒnden nicht kollektiv abschieben, sondern muss jeden Asylantrag individuell entscheiden. Das dĂŒrfte noch Wochen oder Monate dauern. Auf das Festland will die spanische Zentralregierung die Menschen aber auch nicht bringen, weil Ceuta nicht zum Schengenraum gehört und andere Schengenmitglieder dann Grenzkontrollen zu Spanien einfĂŒhren könnten, wie dies etwa Italien schon getan hat.
Auch Rechtspopulisten demonstrierten
Aufgerufen zu den Kundgebungen am Tag des Regionalfeiertages in Ceuta hatte der Dachverband FEMP der spanischen Kommunen, der von der konservativen oppositionellen Volkspartei PP geleitet wird. Auch die rechtspopulistische Vox beteiligte sich an den Demonstrationen. "Ceuta ist spanisch und wird nicht allein gelassen", sagte BĂŒrgermeister JosĂ© Luis MartĂnez-Almeida.
Nach Angaben der Vertretung der Zentralregierung beteiligten sich rund 50.000 Menschen an der Kundgebung in Madrid, die nach einem Gericht des nationalen TV-Senders RTVE die gröĂte Einzelveranstaltung des Abends war. PP-GeneralsekretĂ€r Miguel Tellado sprach von rund 2.000 Kundgebungen in ganz Spanien und forderte erneut den RĂŒcktritt der Regierung und Neuwahlen.
In einigen StÀdten wie etwa in Barcelona oder Bilbao gab es Gegendemonstrationen, bei denen sich die Teilnehmer gegen Rassismus aussprachen. "Kein Mensch ist illegal", war dort auf Transparenten zu lesen.
