Wassermangel an der Donau: Kraftwerkstopp und Urlaubsnöte
Veröffentlicht am: 30.07.2026 um 13:18 Uhr | dpa.deWasser- und Kernkraftwerke mĂŒssen mangels Wasser die Produktion drosseln oder sogar vorĂŒbergehend einstellen.
An einigen Messstationen sind historische Niedrigwerte bereits unterschritten. Bei Paks in Ungarn liegt der Wasserstand der Donau nach Angaben der dortigen Wasserwerke sogar 121 Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstand. Die Stromversorgung ist laut Behörden nicht gefÀhrdet. Aber Entspannung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Auch Tourismus und Fischerei sind betroffen.
Regen- und Gletscherwassermangel
Hintergrund sind mangelnde RegenfĂ€lle, aber auch zunehmend wenig Schmelzwasser von Gletschern, wie Florian Seidl, Sprecher des gröĂten österreichischen Wasserkraftwerkbetreibers, Verbund, sagte: "Eigentlich sollten wir jetzt das Wasser aus der Schneeschmelze abarbeiten, aber aufgrund der ErderwĂ€rmung fĂ€llt immer weniger Schnee." Beim Verbund liegt die Produktion rund 30 Prozent unter dem langjĂ€hrigen Mittel.
Auch an fast allen Zubringern zur Donau in Oberösterreich herrscht Wassermangel. Viele der mehr als 4.000 Kleinwasserkraftwerke sind betroffen, mit bis zu 50 Prozent gedrosselter Produktion oder gÀnzlichem Stopp.
Kernkraftwerke gedrosselt oder abgeschaltet
In RumĂ€nien sank der Wasserstand der Donau auf ein Drittel des durchschnittlich im Juli gemessenen Werts. Dort mussten beim Kernkraftwerk Cernavoda beide funktionierenden Reaktorblöcke abgeschaltet werden. Sie erzeugen normalerweise etwa ein FĂŒnftel des Stroms in RumĂ€nien.
In Ungarn wurde am Kernkraftwerk Paks, etwa 100 Kilometer sĂŒdlich der Hauptstadt Budapest, schon einer der vier Reaktorblöcke abgeschaltet. Das drohe auch bei den drei anderen, sagte MinisterprĂ€sident PĂ©ter Magyar.
Fracht- und Urlauberschiffe eingeschrÀnkt
Der Schiffsverkehr ist aufgrund des Niedrigwassers bereits eingeschrĂ€nkt. Kreuzfahrten von Passau nach Wien enden vorzeitig. Der österreichische WasserstraĂenbetreiber viadonau warnt auf seiner Webseite vor den Stellen mit besonders geringer Wassertiefe.
Diese Woche blieb nahe dem rumÀnischen Donauhafen Cetate ein Kreuzfahrtschiff mit fast 240 Menschen an Bord in einer Sandbank stecken. Alle Passagiere konnten in Sicherheit gebracht werden. Frachtschiffe können nur noch teilweise beladen werden und fahren dadurch Verluste ein.
