ROUNDUP, US-Arbeitsmarkt

US-Arbeitsmarkt enttĂ€uscht - BeschĂ€ftigtenzahl sinkt ĂŒberraschend

06.03.2026 - 15:55:58 | dpa.de

Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich im Februar deutlich schwÀcher als erwartet gezeigt.

Vor allem die BeschĂ€ftigtenzahl enttĂ€uschte. Außerhalb der Landwirtschaft sank die Zahl der Stellen um 92.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. StĂ€rker war die BeschĂ€ftigtenzahl zuletzt im Oktober gesunken. Volkswirte hatten hingegen im Schnitt 55.000 neue Stellen erwartet. Zudem wurde der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten um insgesamt 69.000 Stellen nach unten revidiert.

Das US-Arbeitsministerium begrĂŒndet den RĂŒckgang der BeschĂ€ftigung auch mit einem Streik im Gesundheitssektor. Laut Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, erklĂ€rt dies aber nicht vollstĂ€ndig die ĂŒberraschend schlechte Zahl. "So kam es etwa im verarbeitenden Gewerbe zu einem Stellenabbau und auch im öffentlichen Sektor wurden Stellen abgebaut."

Zudem ist die Arbeitslosenquote unerwartet gestiegen. Sie legte um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent zu. Volkswirte hatten im Schnitt eine stabile Quote von 4,3 Prozent erwartet.

Die Stundenlöhne sind unterdessen trotz der ansonsten schwachen Entwicklung am Arbeitsmarkt gestiegen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten gegenĂŒber dem Vormonat um 0,4 Prozent zu. Volkswirte hatten einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet. Im Januar hatte das Lohnplus ebenfalls bei 0,4 Prozent gelegen.

Die Zinssenkungserwartungen dĂŒrften mit den Zahlen wieder RĂŒckenwind bekommen, schreibt Ralf Umlauf, Analyst bei der Helaba. Diese hatten sich zuletzt wegen der gestiegenen Inflationssorgen aufgrund der hohen Energiepreise abgeschwĂ€cht.

Trotz der enttÀuschenden Zahlen hielten sich die Reaktionen am Anleihe- und Devisenmarkt in Grenzen. Deutlich gaben die AktienmÀrkte nach.

Die FinanzmĂ€rkte schauen derzeit allerdings stĂ€rker auf den Iran-Krieg und dessen Auswirkungen. "Die Frage ist, wie lange der Konflikt anhĂ€lt und wie lange und auf welche Höhen die Energiepreise noch steigen", schreibt Gitzel. "Davon hĂ€ngt die wirtschaftliche Entwicklung ab und somit auch die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Die Ausgangssituation vor den Angriffen auf den Iran ist mit Blick auf den Arbeitsmarkt denkbar ungĂŒnstig."

Mit Spannung schauen die Anleger auf die US-Notenbank Fed. Der Arbeitsmarktbericht spricht eher fĂŒr Zinssenkungen, wĂ€hrend der Iran-Krieg die Inflationsgefahren erhöht und höhere Zinsen erforderlich machen könnte.

"Wegen möglicher Sonderfaktoren und angesichts der Schwankungen in den letzten Monaten wird die Fed die Zahlen aber mit Vorsicht interpretieren und weitere Berichte abwarten wollen, bis sie ihre EinschĂ€tzungen anpasst", erwartet Commerzbank-Volkswirt Christoph Balz. Die unklaren Auswirkungen des Iran-Kriegs vor allem auf die Inflation sprĂ€chen auch fĂŒr ein Abwarten. "Die letzten beiden Sitzungen in der Ära Powell in diesem Monat und Ende April werden wohl ohne ZinsĂ€nderungen verlaufen", erwartet Balz. Es drohten der Fed unangenehme Entscheidungen.

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