Ströer hofft auf anhaltend gutes GeschĂ€ft mit digitaler AuĂenwerbung
05.03.2024 - 11:15:33Die Konzernchefs Udo MĂŒller und Christian Schmalzl setzen vor allem auf ihren HoffnungstrĂ€ger digitale AuĂenwerbung. "Wir konnten im abgelaufenen Jahr beobachten, dass viele Kunden den AuĂenwerbeanteil erhöhen", sagte Schmalzl laut Mitteilung vom Dienstag in Köln. Die gröĂte Sparte des Konzerns soll im Laufe des Jahres zulegen. Damit soll auch der Gesamtumsatz aus eigener Kraft stĂ€rker wachsen. An der Börse kamen die Nachrichten gut an.
Die Ströer-Aktie legte am Morgen zeitweise um rund neun Prozent zu. Zuletzt lag sie am Vormittag noch mit 6,6 Prozent im Plus bei 55,85 Euro und war damit unter den stĂ€rksten Titeln im MDax DE0008467416, dem Index der mittelgroĂen Werte.
Wie das Unternehmen mitteilte, soll das organische Umsatzwachstum im Konzern 2024 deutlich ĂŒber dem Vorjahreswert von 7,5 Prozent liegen. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Ăbernahmen dĂŒrfte der Erlös des KerngeschĂ€fts rund um AuĂenwerbung im ersten Quartal um bis zu 15 Prozent anziehen.
FĂŒr die Monate danach wollte sich Schmalzl in einer Telefonkonferenz mit Analysten nicht festlegen: "In den letzten drei bis vier Jahren gab es sehr viele nicht beeinflussbare externe Faktoren". Das GeschĂ€ft im zweiten Quartal könnte sich entsprechend besser oder auch schlechter entwickeln als zum Jahresauftakt.
Im KerngeschĂ€ft verortet Ströer auch seine digitale AuĂenwerbung: Nach Konzernangaben legte der Teilbereich im Schlussquartal 2023 um ein Drittel zu. "Wir bemerken, dass unsere Kunden die digitale AuĂenwerbung nicht mehr als Zusatzoption, sondern mittlerweile als prĂ€ferierte Plattform in Betracht ziehen", erlĂ€uterte Finanzchef Henning Gieseke in einer Analystenkonferenz.
JPMorgan US46625H1005-Analyst Marcus Diebel lobte den "starken Ausblick" fĂŒr das erste Quartal, der die durchschnittlichen Markterwartungen ĂŒbertroffen habe. Auf das Gesamtjahr gesehen sehe die Prognose aber noch konservativ aus. Er erwartet, dass die AnalystenschĂ€tzungen fĂŒr den bereinigten operativen Gewinn steigen.
Das GeschĂ€ft bei Ströer gliedert sich auf drei Bereiche auf: Neben der AuĂenwerbung ist die etwas kleinere, zweite SĂ€ule Digital & Dialog Media. In dem Bereich fasst das Unternehmen seine Medienmarken und ThemenkanĂ€le wie t-online.de, kino.de und Giga sowie seine Dienstleistungen und Callcenter zur Kundenakquise und -rĂŒckgewinnung zusammen.
Deutlich kleiner ist das Segment Data as a Service (DaaS) und E-Commerce, in dem der Konzern den Statistikenanbieter Statista und den Kosmetik-Online-HÀndler AsamBeauty verortet. Letzterer habe im vergangenen Jahr seinen Umsatz um rund 28 Prozent auf erstmals mehr als 200 Millionen Euro gesteigert. AsamBeauty steht seit LÀngerem zum Verkauf, ein KÀufer scheint aber weiterhin nicht gefunden. Aus Sicht des JPMorgan-Analysten Diebel hat das Segment wegen Investitionen schwÀcher abgeschnitten als gedacht.
Im vergangenen Jahr steigerte Ströer seinen Gesamtumsatz auf Basis vorlĂ€ufiger Zahlen um knapp acht Prozent auf gut 1,9 Milliarden Euro. Damit entwickelte sich das Unternehmen nach eigener Darstellung deutlich besser als der Gesamtwerbemarkt, der mit stagnierendem Erlös zu kĂ€mpfen hatte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um fĂŒnf Prozent auf 569 Millionen Euro zu. Analysten hatten bei beiden Kennziffern in etwa so viel erwartet.
Der freie Mittelzufluss fiel mit knapp 81 Millionen Euro rund 60 Prozent höher aus als noch vor einem Jahr. Den vollstÀndigen GeschÀftsbericht will das Unternehmen am 25. MÀrz veröffentlichen. Die Wettbewerber ProSiebenSat.1 DE000PSM7770 und RTL LU0061462528 wollen am 7. MÀrz und am 14. MÀrz ihre Zahlenwerke vorlegen.

