ROUNDUP, Conti-Abspaltung

Conti-Abspaltung Aumovio kÀmpft mit schwierigem Markt - Aktie zieht an

07.11.2025 - 11:11:01

Der Autozulieferer Aumovio DE000AUM0V10 muss deutliche RĂŒckgĂ€nge in seinem GeschĂ€ft verkraften.

Die im September vom ehemaligen Mutterkonzern Continental DE0005439004 abgespaltene Firma geht nun von der unteren HĂ€lfte des bisher anvisierten Umsatzziels fĂŒr dieses Jahr aus und rechnet demzufolge mit 18 bis 19 Milliarden Euro Erlös, wie das Unternehmen am Freitag in Frankfurt mitteilte. Bei der um Sondereffekte bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern bestĂ€tigte das Management um Vorstandschef Philipp von Hirschheydt die PlĂ€ne, eher am oberen Ende der Bandbreite von 2,5 bis 4,0 Prozent landen zu wollen. Die Aktie stieg am Freitag krĂ€ftig.

Das Papier legte am Vormittag mehr als 6 Prozent auf 38,16 Euro zu. Der erste Kurs nach dem Börsen-Spin-Off im September hatte bei 35 Euro gelegen. Das operative Ergebnis habe im dritten Quartal die Erwartungen geschlagen, schrieb Analyst Harry Martin vom Analysehaus Bernstein. Am Markt sei bereits mit dem oberen Ende der Prognosebandbreite bei der Marge gerechnet worden. Trotz des schwachen Umfelds fĂŒr den Umsatz habe Aumovio gute Fortschritte gemacht, schrieb Jefferies-Expertin Vanessa Jeffriess.

Im dritten Quartal sank der Umsatz im Jahresvergleich trotz weltweit anziehender Automobilproduktion um 6,9 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilte. Vor Zinsen, Steuern und Sonderposten verdiente Aumovio 150 Millionen Euro, fast ein Drittel (30 Prozent) weniger als ein Jahr zuvor.

Aumovio-Chef Philipp von Hirschheydt begrĂŒndete die Entwicklung im GesprĂ€ch mit der Deutschen Presse-Agentur mit Wechselkurs-Effekten und Bereinigungen im Angebot. "Wir sind ein Unternehmen in der Transformation. Wir mĂŒssen uns genau anschauen: Worin sind wir gut und wo mĂŒssen wir uns verbessern?" Zuletzt hat Aumovio ein Werk fĂŒr Trommelbremsen in Italien verkauft.

Die operative Marge sackte trotz gesunkener Forschungs- und Entwicklungskosten von 4,5 auf 3,3 Prozent ab. Unter dem Strich stand ein auf die AktionĂ€re entfallender Verlust von 19 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 73 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Frankfurt baut an weltweit ĂŒber 100 Standorten unter anderem Bremsen, Fahrwerke, Fahrzeugelektronik, Infotainment-Lösungen, Sensoren sowie Komponenten fĂŒr das assistierte und automatisierte Fahren.

Unternehmen will Vorteile der EigenstÀndigkeit nutzen

Als eigenstĂ€ndiges Unternehmen könne man Prozesse auf den Automobilbereich zuschneiden und effizienter gestalten, erklĂ€rte Hirschheydt. "Wir mĂŒssen jetzt Quartal fĂŒr Quartal zeigen, dass wir besser werden." Auf verhaltenem Niveau werde das globale AutogeschĂ€ft im Moment etwas konstanter. China wachse deutlich schneller, wĂ€hrend das europĂ€ische Marktvolumen weiterhin rĂŒcklĂ€ufig sei. Aumovio schließe aber auch zunehmend mit chinesischen Autoherstellern VertrĂ€ge ab.

@ dpa.de