Sparpaket fĂŒr gesetzliche Kassen im Bundesrat - Unmut bei LĂ€ndern
21.11.2025 - 05:49:59Die LĂ€nderkammer entscheidet, ob sie das vom Bundestag beschlossene Gesetz billigt - oder in den Vermittlungsausschuss schickt und damit vorerst aufhĂ€lt. Dies hat der Gesundheitsausschuss des Bundesrats empfohlen. Es wĂ€re fĂŒr die Regierung von Kanzler Friedrich Merz das erste Gesetzesvorhaben, dem die LĂ€nder erst einmal die Zustimmung verweigern.
Die LĂ€nder-Kritik richtet sich gegen Einsparungen von 1,8 Milliarden Euro bei den Kliniken, mit denen Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) den Druck fĂŒr ein Anheben der ZusatzbeitrĂ€ge zum 1. Januar 2026 auflösen will. Die gesetzlichen Kassen warnen aber vor dennoch nötigen Erhöhungen.
Die LĂ€nder monieren, dass diese Einsparungen zu ihren Lasten gingen. Sie wĂ€ren zĂ€hneknirschend bereit, dies einmalig im kommenden Jahr hinzunehmen. Sie wollen aber in jedem Fall verhindern, dass solche Belastungen regelmĂ€Ăig auf sie zukommen.
Das Mindeste, was sie vom Bund verlangen, ist eine feste Zusage, dass diese Belastung einmalig sein wird. Die LĂ€nder sind in einer ZwickmĂŒhle: Einerseits wollen sie nicht die Schuld zugeschoben bekommen, wenn die KrankenkassenbeitrĂ€ge steigen. Andererseits sind sie fĂŒr die Krankenhausversorgung zustĂ€ndig - und vielen Kliniken gerade in lĂ€ndlichen Gebieten geht es jetzt schon schlecht.
Ebenfalls im Vermittlungsausschuss landen könnte die kĂŒrzlich vom Bundestag verabschiedete Ănderung des Elektro- und ElektronikgerĂ€tegesetzes. Der Umweltausschuss der LĂ€nderkammer besteht darauf, dass in dieses Gesetz auch das Verbot von Einweg-E-Zigaretten aufgenommen wird. Die Bundesregierung ist zwar ebenfalls fĂŒr ein solches Verbot, will es aber erst spĂ€ter regeln.
Weitere Themen auf der umfangreichen Tagesordnung des Bundesrats sind unter anderem die Finanzierung des Deutschlandtickets, die Befugnisse der Bundespolizei bei der Drohnenabwehr, die CO2-Speicherung und die Aktivrente. Zum Auftakt der Sitzung wird der neue BundesratsprÀsident, Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD), seine Antrittsrede halten. Ihm wird Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) antworten.

